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Sitze sind ein Problem: Viele Kinder falsch angeschnallt

zuletzt aktualisiert: 15.02.2010 - 14:27

Frankfurt/Main (RPO). Jeder Autofahrer, der Kinder hat, weiß: Um den Nachwuchs dazu zu bringen, richtig angeschnallt im Auto zu sitzen, braucht es mitunter gute Nerven. Trotz Sicherheitsgurt ist einer Untersuchung zufolge mehr als ein Viertel der Kinder über sechs Jahre falsch im Auto angeschnallt.

28 Prozent seien nicht altersgerecht gesichert, zwei Prozent gar nicht, berichtete die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf eine Untersuchung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt). Die Behörde mit Sitz in Bergisch Gladbach war am Rosenmontag zunächst nicht zu erreichen. Automobilclubs wiesen auf die Probleme bei der Umsetzung der Anschnallpflicht hin und gaben Tipps zur Auswahl des richtigen Kindersitzes.

Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) rief die Eltern dem Blatt zufolge zu mehr Sorgsamkeit auf: "Tun Sie alles, damit die Fahrt zur Schule oder zum Sportplatz nicht im Krankenhaus endet." Kinder unter zwölf Jahren müssten in einem zugelassenen Sitz angeschnallt sein, der Größe, Gewicht und Körperbau entspreche.

AvD: Schwierig umsetzbar

Alfred Fuhr vom Automobilclub von Deutschland (AvD) bezeichnete die Vorschriften für Kindersitze als schwierig umsetzbar. "Jeder, der Kinder hat, weiß, dass am Grünen Tisch etwas entschieden wurde, was an der Realität vorbeigeht." Tests hätten ergeben, dass Kinder wesentlich seltener angeschnallt seien als von ihren Eltern bei Befragungen angegeben. Auch mit polizeilicher Kontrolle lasse sich wenig ausrichten.

Laut dem AvD-Sprecher ist es Eltern zum Teil schwierig zu vermitteln, dass ein Kindersitz nicht nur vorhanden, sondern auch noch richtig auf die Bedürfnisse des Nachwuchses angepasst sein müsse. So sei bei vielen Sitzen das Haltbarkeitsdatum abgelaufen, nach dem sie wegen Materialverschleiß nicht mehr eingesetzt werden sollten.

ADAC: Sitz sorgsam auswählen

Experte Arnulf Thiemel vom ADAC sagte der Nachrichtenagentur DAPD, dass ein Kindersitz sorgsam ausgewählt werden müsse: Eltern sollten aktuelle Testberichte lesen, den Sitz vor dem Kauf im Auto ausprobieren und die Kinder bei der Entscheidung einbeziehen. In manchen Autos sei zum Beispiel der Gurt zu kurz oder der Sitz könne nicht richtig eingebaut werden. Besonders zu beachten sei auch, dass das Kind auch bei einem seitlichen Aufprall gesichert sein müsse.

Bei Kindersitzen gibt es demnach große Preisunterschiede. Je nach Alter und Größe des Kindes hat der ADAC Modelle zwischen 55 und 450 Euro nach Tests als "gut" eingestuft. Dabei sei aber zu beachten, dass manche Sitze für mehrere Alters- und Gewichtsklassen zugelassen seien, was die Vergleichbarkeit erschwere, sagte Thiemel.

Quelle: apd/kpl

 
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