Umfrage: Viele lehnen E10-Sprit ab
zuletzt aktualisiert: 20.01.2011 - 12:28Düsseldorf (RPO). Ab Februar werden sich die deutschen Autofahrer an den Zapfsäulen auf neue Beschriftungen mit der Bezeichnung E10 einstellen müssen. Doch die meisten Autofahrer vertrauen dem neuen Öko-Kraftstoff nicht, wie eine Umfrage ergab.
93 Prozent der 10.112 vom Online-Portal auto.de befragten Fahrer lehnen E10-Sprit sogar ab, 32 Prozent sehen ihn als weiteres Konjunkturprogramm auf Kosten der Steuerzahler. 24 Prozent würden die Mehrausgaben für den Kraftstoff lieber in Elektroantrieb, 28 Prozent sogar schlicht und einfach in den Straßenbau investiert sehen.
Höhere Bioethanol-Beimischung
Zusätzlich zum bisherigen Kraftstoff für Benzinmotoren, der grundsätzlich bis zu fünf Prozent Bioethanol (E5) enthält, wird es nun Ottokraftstoff mit einem Bioethanolanteil von maximal 10 Prozent (E10) geben.
Infos im Netz
Die im Netz verfügbare Herstellerübersicht gibt Auto- und Motorradfahrern Aufschluss darüber, ob ihr Fahrzeug E10 verträgt oder nicht. Die Informationen sind auch auf der Webseite des ADAC erhältlich.
Das E10 wird zum Teil aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen und soll nach dem Willen der Bundesregierung die Schadstoffbilanz des Straßenverkehrs verbessern. Da Bioethanol nur zwei Drittel des Energiegehaltes von normalem Benzin hat, wird sich der Verbrauch der Motoren erhöhen.
Die meisten Autos vertragen E10
Der neue Kraftstoff wird mit dem E10-Kürzel gekennzeichnet und zunächst zusätzlich zu den bekannten Super-Varianten angeboten. Rund 90 Prozent der zugelassenen Fahrzeuge mit Ottomotoren vertragen diesen neuen Sprit.
Bei den restlichen zehn Prozent ist allerdings Vorsicht geboten. Denn bei einer Fehlbetankung kann es zu kostspieligen Motorschäden kommen. Autofahrer, die unsicher sind, ob ihr Fahrzeug E 10 verträgt, sollten dies vor dem Tanken tunlichst beim Hersteller erfragen.
Spritpreis-Erhöhung befürchtet
Unerfreulicher Nebeneffekt der E10-Einführung: Die Kraftstoffpreise werden vermutlich weiter steigen - für alle. Denn die Mineralölkonzerne dürften die Mehrkosten für das politisch erwünschte E10 im Rahmen einer Mischkalkulation auf alle Kraftstoffsorten umlegen.
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