Teurer Bleifuß: Vollgas kostet bis zu 200 Prozent mehr Sprit
zuletzt aktualisiert: 31.07.2009 - 10:17Hamburg (RPO). Endlich ist die Autobahn mal frei. Endlich kann man den Wagen mal ausfahren. Macht schon Spaß. Aber das schlechte Gewissen fährt immer mit. Wissen Sie eigentlich, was so ein Bleifuß kostet? Eine Auto-Zeitschrift machte den Test.
Eine Vollgasfahrt kann richtig teuer werden. Enorme 200 Prozent mehr Benzin verbraucht etwa ein VW Passat bei Vollgas und Höchstgeschwindigkeit. Das berichtet das in Hamburg erscheinende Fachblatt "Auto Bild" in seiner aktuellen Ausgabe (31/2009).
Das Blatt hat nach eigenen Angaben die Leistungsdaten von 21 Wagen unterschiedlicher Klassen miteinander verglichen. Dabei zeigte sich, dass Extremwerte keinesfalls nur bei hochgezüchteten Sportwagen auftreten. Schon ein VW Passat Variant 2.0 TSI lässt Sparfüchse nicht kalt: Erreicht der Kombi seine Höchstgeschwindigkeit mit maximal 232 km/h, steigt sein Verbrauch um 195 Prozent auf 27,1 Liter Super. Damit zeigt er die größte Abweichung gegenüber dem Auto Bild-Testverbrauch und setzt sich an die Spitze des Modellvergleichs.
Zum Vergleich: Erreicht der Porsche Cayman S seine maximale Geschwindigkeit von 275 km/h, dann steigt der Spritverbrauch um 158 Prozent - von 11,3 auf 29,1 Liter. Richtig durstig sind auch hubraumstarke Achtzylinder wie der Jaguar XKR 5.0, der bei Tempo 250 ganze 40,9 Liter Super verbraucht. Doch selbst moderne Diesel haben bisweilen großen Durst.
Der Skoda Superb 2,0 TDI DSG schluckt etwa bei 220 km/h 16 Liter Diesel statt 6,6 Liter - ein Mehrverbrauch von 142 Prozent. Etwas weniger verbraucht da die Mercedes E-Klasse. Beim E 220 CDI verdoppelt sich unter Vollgas der Verbrauch von 7,2 auf 14,4 Liter, zieht das Blatt die Gesamtbilanz seines Vergleichs.
Mit Dachboxen und Fahrrädern
Doch nicht ungezügelte Tempolust treibt den Verbrauch in oft ungeahnte Höhen. Dass ebenso Dachboxen und Fahrräder auf dem Dach ins Spritgeld gehen, zeigte ein weiterer Test. Auto Bild absolvierte mit einem Ford Mondeo Turnier 2.0 TDCi verschiedene Beladungs- und Geschwindigkeitstests. Der Wagen wurde unter anderem mit 100, 130 und 160 km/h über einen 14 Kilometer langen Testparcours gejagt.
Ohne Anbauten verbrauchte er bei Tempo 100 laut Test 6,2 Liter Diesel. Bei 160 km/h waren es schon 9,7 Liter. Richtig durstig wurde der Mondeo, wenn bei Tempo 160 eine Dachbox oder ein Fahrradträger mitsamt Fahrrädern montiert waren. Dann flossen 52 Prozent mehr Diesel (14,8 Liter) in den Verbrennungsraum.