US-Kultautomarke: Was die Chinesen mit Hummer vorhaben
zuletzt aktualisiert: 04.06.2009 - 07:30Washington/Shanghai (RPO). Nach und werden Einzelheiten bekannt, wie es mit den US-Kultwagen Hummer unter chinesischer Regie weitergehen soll. Der Maschinenbauer Tengzhong Heavy Industrial Machinery will die Marke erhalten und weltweit vertreiben.
Der insolvente bisherige Eigner General Motors (GM) und Tengzhong hatten in dieser Woche eine Absichtserklärung über den Verkauf der Marke unterzeichnet. Der chinesische Maschinenbauer will für den PS-starken Geländewagen eine neue Käuferschicht in China erschließen.
"Unsere Strategie ist es, die Marke Hummer künftig weltweit zu verbreiten, was mit Sicherheit auch den chinesischen Markt einschließt", sagte ein Sprecher des in Chengdu ansässigen Unternehmens der Nachrichtenagentur AFP. Er wollte sich nicht dazu äußern, ob die Produktion des Fahrzeugs nach China verlegt werden soll.
Tengzhong ist ein privater Spezialmaschinen-Hersteller, der bislang keine Filiale im Ausland hat. Nach Unternehmensangaben geht bislang nur ein geringer Teil der Produktion ins Ausland.
Laut GM soll der Verkauf der Kultmarke bis September abgeschlossen sein. Noch handelt es sich um eine Absichtserklärung, insbesondere die finanziellen Details des Hummer-Verkaufs sollen später in Verhandlungen geklärt werden. Ein Kaufpreis wurde dementsprechend nicht mitgeteilt. Die Chinesen wollten aber die Marke beibehalten. Nach der Vereinbarung soll das Hummer-Management bleiben, ebenso bestehende Vertriebsvereinbarungen. In den USA sollen 3000 Arbeitsplätze gesichert werden.
GM hatte den Deal bereits am Dienstag bekannt gegeben, den Namen des Käufers zunächst aber verschwiegen. Marktanalysten in China räumten Hummer eine Chance als Nischenmarke für die aufstrebende urbane Oberschicht ein.
Wohlhabende werden Hummer mögen
"In Chinas Städten ist der Marktanteil von Autos mit sportlichem Look in den vergangenen Jahren rapide gestiegen", sagte Analyst Ricon Xia vom Daiwa Institute of Research in Shanghai. "Wohlhabende Käufer, die auf Geländegängigkeit Wert legen, werden den Hummer mögen."
Der Automarkt in China hat inzwischen den der USA als Nummer eins in der Welt abgelöst. Im April wurde in der Volksrepublik ein Monatsverkaufsrekord von 1,15 Millionen Stück verzeichnet.
GM hatte seit Monaten nach einem Käufer für Hummer gesucht. Der Verkauf der spritfressenden Großfahrzeuge war im vergangenen Jahr um 51 Prozent eingebrochen, mehr als bei jeder anderen Marke in den USA.
An dem aus dem Militärfahrzeug Humvee hervorgegangenen Auto scheiden sich die Geister: Gegner sehen es als Inbegriff sinnloser Verschwendung, Fans schätzen seine PS-starke Geländegängigkeit. Außer Hummer will GM bis Jahresende auch die Marken Saab und Saturn abstoßen. Bereits beschlossen ist das Ende der Marke Pontiac.
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