Nahverkehr: Weiter Beschwerden über Verspätungen und Zugausfälle
zuletzt aktualisiert: 02.06.2006 - 13:42Düsseldorf (rpo). Verspätungen, Zugausfälle und verpasste Anschlusszüge - das sind nach wie vor die nervigsten Ärgernisse, wenn es um den Nahverkehr geht. Allerdings: Nur noch jeder Fünfte beschwerte sich im vorigen Jahr über massive Zeitverluste.
Dies geht aus dem Jahresbericht 2005 der nordrhein-westfälischen Schlichtungsstelle Nahverkehr hervor, den die Düsseldorfer Verbraucherzentrale am Freitag vorlegte. Dass nur noch jeder Fünfte der insgesamt 2506 Beschwerdeführer über massive Zeitverluste wegen Verspätungen klagte, lässt gleichzeitig auf eine verbesserte Pünktlichkeit der Bahnen im bevölkerungsreichsten Bundesland schließen: Zwei Jahre zuvor hatte der Anteil der Beschwerden wegen Verspätungen noch bei 28 Prozent gelegen.
Die Schlichtungsstelle Nahverkehr wurde 2001 vom Landes-Verkehrsministerium bei der Verbraucherzentrale eingerichtet, um im Streitfall zwischen Fahrgästen und Verkehrsunternehmen zu vermitteln. Sie wurde bislang in mehr als 10.000 Fällen aktiv.
Für zunehmenden Verdruss sorgte den Verbraucherschützern zufolge im vergangenen Jahr das Beschwerdemanagement der Verkehrsunternehmen. Immerhin zwölf Prozent der Hilfesuchenden monierten nicht zufriedenstellende oder gar fehlende Anworten auf ihre Beschwerde.
Die Verbraucherschützer verwiesen in diesem Zusammenhang auf den Fall eines Kölners, der die karge Ausstattung eines Behelfsbahnsteigs am Bahnhof Troisdorf bemängelt und vorgeschlagen hatte, dort wenigstens einen Fahrplan auszuhängen.
Das Verkehrsunternehmen antwortete demnach lediglich: "Ihren Hinweis haben wir zur Kenntnis genommen. In wie weit Ihre Anregung umgesetzt werden kann, können wir derzeit nicht sagen." Nach einem Schreiben der Schlichtungstelle erhielt der Fahrgast zwar einen Reisegutschein über fünf Euro; ein Fahrplan wurde jedoch auch nach vier Monaten nicht aufgehängt.
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