Nahverkehr produzierte wieder Verzögerungen: Wenig Interesse an Verspätungs-Hotline der Bahn
zuletzt aktualisiert: 08.12.2003 - 16:01Düsseldorf (rpo). Die neue Informations- und Verspätungshotline der Bahn ist am ersten Tag auf relativ wenig Interesse bei den Kunden gestoßen, obwohl es im Nahverkehr wieder zu einigen Verzögerungen gekommen war.
Bis Mittag hätten etwa 60 Anrufer nach möglichen Verspätungen gefragt, teilte das Unternehmen in Düsseldorf mit. Und das obwohl die Verspätungsquoten mit elf Prozent bei den Nahverkehrszügen und zwölf Prozent bei den S-Bahnen deutlich über dem Durchschnitt gelegen hätten.
Das könne daran liegen, vermutete ein Bahn-Sprecher, dass viele Fahrgäste sich die Informationen statt am Telefon wie bisher im Internet holten. Dort seien alle Daten über Verspätungen, Ausfälle und mögliche Alternativ-Routen bereits seit Monaten verfügbar.
Die Verbraucherzentrale NRW, bei der auch die "Schlichtungsstelle Nahverkehr" angesiedelt ist, wollte sich noch nicht zu der Hotline äußern. Erst werde man sie in den nächsten Tagen ausführlich testen, erklärte ein Sprecher. Eine entsprechende Aktion laufe am Dienstag an.
Der Fahrgast-Verband "Pro Bahn" begrüßte hingegen die Einführung der Hotline - zumindest grundsätzlich. "In Sachen Kundenfreundlichkeit ist das natürlich erfreulich", sagte Axel Friese, stellvertretender Vorsitzender des NRW-Landesverbandes. "Aber eigentlich ist das nur der zweite Schritt. Schöner wäre es, wenn die Züge pünktlich wären." Schließlich seien viele Verspätungen der Bahn hausgemacht.
Die Hotline 0180 - 3 46 40 06 wurde nach dem Verspätungs-Chaos der letzten Wochen auf Druck der Landesregierung eingerichtet.
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