ADAC warnte Landesregierung: Weniger Nachtbaustellen - mehr Staus in NRW
VON GERHARD VOOGT - zuletzt aktualisiert: 28.08.2010 - 12:07Düsseldorf (RP). Der ADAC Nordrhein befürchtet eine Zunahme der Staus in NRW. Der Verkehrsclub warnte die neue Landesregierung davor, künftig weniger Nachtbaustellen auf den Autobahnen einzurichten.
Harry Voigtsberger, der neue Verkehrsminister von NRW, hatte sich kritisch über Nachtbaustellen geäußert. Der SPD-Politiker plädierte dafür, den Verkehr in den Bauphasen zum Beispiel durch Signalbrücken „sinnvoller zu lenken“. Gegen einen Ausbau der Nachtarbeit auf den Autobahnen, den Bundesverkehrsminister Peter Ramsauser (CSU) gefordert hatte, sprächen unter anderem Kostengründe. Noch mehr Nachtarbeit gehe zudem „auf Kosten der Sicherheit“ und überfordere ihre Beschäftigten, so Voigtsberger. Auch der Lärmschutz der Anwohner müsse berücksichtigt werden.
Roman Suthold, der Leiter der Verkehrsabteilung des ADAC, kritisierte diese Position. „Es besteht die Gefahr, dass wir in NRW noch mehr Staus bekommen“, sagte der Experte. Angesichts des steigenden Verkehrsaufkommens müsse das Instrument der Nachtarbeit stärker genutzt werden.
Der frühere NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke (CDU) erklärte, er habe kein Verständnis dafür, dass die neue Landesregierung beim Stau-Management „auf die Bremse tritt“. Die Autofahrer würden die „ideologische Trendwende in der Verkehrspolitik zu spüren bekommen“, sagt Wittke.
Nach einer Studie des ADAC ist Nordrhein-Westfalen „Stauland Nummer Eins“ in Deutschland. Im Jahr 2009 wurden 44 000 Staus gemeldet, die durchschnittliche Staulänge pro Tag lag bei 300 Kilometern. Nach Angaben des Landesbetriebs Straßen.NRW werden pro Jahr rund 15 000 Tagesbaustellen auf den Autobahnen eingerichtet. Ein Drittel der Arbeiten wurde nachts durchgeführt.
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