Challenge Bibendum: Wettstreit der Spritsparer
zuletzt aktualisiert: 05.06.2010 - 13:06Rio de Janeiro (RPO). Wenn das Michelin-Männchen "Bibendum" ruft, dann kommen die Knauser alle. Weltweit gibt es kaum eine so hochrangige Rallye für Spritspar-Modelle wie die von dem Reifenhersteller veranstaltete "Challenge Bibendum".
Besonders spektakulär sind unter den Teilnehmern natürlich die Studien, die man bislang meist nur auf den Automessen gesehen hat. So fuhren auf dem Areal des Kongresszentrums Rio Centro, in dem 1992 übrigens auch der erste Umweltgipfel der Vereinten Nationen abgehalten wurde, unter anderem der Audi E-Tron, ein elektrischer Strandbuggy, den die brasilianischen Fiat-Designer auf die Straße gestellt haben, und der mit einem Diesel-Hybrid bestückte Citroen Hypnos, der auf dem Pariser Salon 2008 schon alle Blicke gefangen hat.
Schaulaufen der Studien
Absoluter Star beim Gipfel der Knauser war allerdings der futuristische Smart-Konkurrent BB1 von Peugeot, der mit seinen Radnabenmotoren lautlos über das Gelände stromerte und trotzdem immer sofort zu finden war. Denn erstens sieht kein anderes Auto so unkonventionell aus wie der Viersitzer mit dem mehrfach gefalzten Glasdach, und zweitens war der schwarz-blaue Sonderling immer von der größten Menschentraube umlagert.
Noch mehr Mut als diese Exoten machen in Rio die vielen seriennahen oder bereits in Serie produzierten Sparer. Das gilt für die Elektroautos wie die beiden Heuliez-Stadtwagen Will und Mia gleichermaßen wie für die Hybrid-Modelle vom Schlage einer Mercedes S-Klasse. Und das gilt insbesondere für die Flotte der Ethanol-Brenner, die zumindest in Brasilien Gang und Gäbe sind.
Sprit sparende Reifen
Aber für die saubere Mobilität der Zukunft braucht es mehr als effiziente Antriebe und alternative Treibstoffe – zum Beispiel die passenden Reifen. Keiner weiß das besser als Didier Miraton, der im Michelin-Vorstand für die Technik zuständig ist. „Beim Pkw geht schon heute jede fünfte Tankfüllung auf die Reifen und ihren Rollwiderstand. Und je sparsamer die Antriebe werden, desto größer wird dieser Anteil“, ist er überzeugt. Um dem entgegen zu wirken, arbeiten die Franzosen mit Hochdruck an Rollwiderstand und Gewicht.
„Im Schnitt schaffen wir so einen CO2-Gewinn von ein bis zwei Gramm im Jahr“, sagt Miraton und stellt bis 2020 einen Verbrauchsvorteil von 10 bis 15 Prozent in Aussicht. Mittelfristig werde das allerdings nicht genügen, fürchtet der Michelin-Manager: „Deshalb werden wir, bis sich der weltweite Fahrzeugbestand tatsächlich verdoppelt hat, den reifenbedingten CO2-Ausstoß halbieren.“
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