Höhere Absatzprognose dank Abwrackprämie: Wie jetzt die Neuwagen-Preise purzeln
zuletzt aktualisiert: 26.01.2009 - 08:26Düsseldorf (RP/RPO). Die Verschrottungsprämie hat auch an diesem Wochenende zu Rekord-Absätzen bei Neu- und Jahreswagen geführt. Die deutschen Autobauer korrigieren ihre Absatzprognose nach oben. Wir haben günstige Abgebote zusammengestellt.
In den Marketing-Abteilungen der meisten Autobauer angesichts des Ansturms der Kunden hektisches Treiben eingesetzt. Motto: Wie schlagen wir am meisten Kapital aus der Abwrackprämie?
Bei Dacia beispielsweise kostet der Neuwagen Sandero nur noch 5000 Euro. Der Preis des normalerweise 7500 Euro teuren Billigautos versteht sich inklusive Umweltprämie. Konzernmutter Renault marschiert im Gleichschritt: Den Renault Twingo gibt es dort ab 5990 Euro – wieder ist die Umweltprämie vom Preis abgezogen.
Fiat setzt noch einen drauf: Besitzer eines mindestens neun Jahre alten Pkw können ab sofort einen neuen Fiat Panda für 4990 Euro, einen Fiat Grande Punto für 6490 Euro oder einen Fiat Bravo für 9990 Euro kaufen. Da sind für Autokäufer dann mehr als 2500 Euro Prämie drin, denn der Panda steht mit 9690 Euro in der Liste. Bei Lancia sieht es ähnlich aus. Auch Peugeot geht in seinen Angeboten zum Teil über die Abwrackprämie hinaus.
Rainer Hillgärtner vom Auto Club Europa (ACE) empfiehlt bei aller Euphrie, sich nicht überstürzt um die Abwrackprämie zu bemühen. Zunächst sollten Autofahrer prüfen, wie viel ihr alter Wagen tatsächlich noch wert ist. Bei einem Restwert von mehr als 2500 Euro lohne sich das Verschrotten nicht - der Wagen sollte dann besser als Gebrauchtwagen verkauft werden. Experten raten ferner dazu, zunächst normale Verkauftsverhandlungen zu führen, den Neuwagen herunterzuhandeln und dann erst die Abwrackprämie ins Spiel zu bringen.
Absatzprognose nach oben korrigiert
"Die Nachfrage ist gigantisch. Das war das beste Wochenende seit Monaten", sagte Wilhelm Hülsdonk, Vizepräsident des Zentralverbands des Kraftfahrzeuggewerbes (ZdK), unserer Redaktion. "Bei unseren Händlern ist jede Menge los", bestätigte Ford-Deutschland-Chef Bernhard Mattes. Mercedes registrierte im Januar, verglichen zum Vorjahr, bereits einen um 20 Prozent höheren Absatz von Jahrewagen. Audi-Vorstandschef Rupert Stadler betonte, dass der positive psychologische Effekt für die gesamte Industrie nicht zu unterschätzen sei.
Der ZdK, in dem 40.000 Autohändler und Kfz-Werkstätten zusammengeschlossen sind, rechnet nun damit, dass der Wirtschaftseinbruch in der Branche kompensiert werden kann. "Wir können ein ,normales' Autojahr schaffen und im Gesamtjahr auf 2,8 Millionen Neuzulassungen kommen", so Hülsdonk. Noch mehr Optimismus herrscht beim Verband der Deutschen Autoindustrie. Deren Präsident Matthias Wissmann erklärte: "Wenn die Regierung jetzt alles das, was sie auf den Weg gebracht hat, gesetzgeberisch durchsetzt, haben wir die Chance, die Drei-Millionen-Grenze zu knacken." 2008 hatten die deutschen Hersteller 3,09 Millionen Autos in Deutschland abgesetzt.
Am Dienstag will die große Koalition die Abwrackprämie verabschieden. Die CSU will prüfen, inwieweit die Abwrackprämie der deutschen Industrie zugute kommt. Generalsekretär Karl-Theodor zu Guttenberg sagte, wenn sich herausstellen sollte, dass von der Prämie vor allem ausländische Hersteller profitierten, müsse man nachsteuern. Dagegen stellt der ZdK klar, die tendenziell Kleinwagen produzierenden ausländischen Hersteller seien nicht im Vorteil: "Die Anfragen laufen für sämtliche Neuwagen-Modelle."
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