Schuld ist die Abwrackprämie: Winterreifen für Kleinwagen werden knapp
zuletzt aktualisiert: 19.10.2009 - 08:17Düsseldorf (RP). Erst hatte die Abwrackprämie zu einem Verkaufsboom bei Kleinwagen geführt. Nun könnte es zu einem Engpass bei den entsprechenden Winterreifen kommen, wie Händler befürchten. Das berichtete ein Verbandssprecher einer Autozeitschrift.
"Die Formate 14, 15 und 16 Zoll standen in den Jahren zuvor weniger im Fokus", sagte Hans-Jürgen Drechsler, Geschäftsführer beim Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk, der "Automobilwoche". So könnte es bei Kälteeinbrüchen zu Lieferschwierigkeiten für diese Autos kommen.
Allgemein aber gebe es in diesem Jahr bei der "Verfügbarkeit von Winterreifen kein generelles Problem". Ende September hätten die maßgeblichen Hersteller gegenüber dem Vorjahr eine um 27 Prozent höhere Auslieferung von Winterreifen an die Händler gemeldet, so Drechsler.
Nach einer Analyse des Bonner Branchenverbands hoffen inzwischen viele Reifenproduzenten, ihre erheblichen Absatzrückgänge bei der Erstausrüstung von Fahrzeugen nun mit dem Verkauf von Winterreifen teilweise kompensieren zu können. Die Zahl der Händlerinsolvenzen stieg von Januar bis Juli 2009 – ungeachtet des von der Abwrackprämie ausgelösten Booms – deutlich. In diesem Zeitraum meldeten insgesamt 788 Kfz-Handels- und Servicebetriebe Insolvenz an, das waren 22 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Vor allem Großbanken hätten die Kreditlinien gekürzt, sagte Arne Joswig vom Branchenverband ZDK: "Das Hauptproblem der Betriebe ist die Refinanzierung." Zur Verschärfung der Situation trage auch die schleppende Auszahlung der Abwrackprämie durch das zuständige Bundesamt bei. Viele Händler streckten ihren Kunden die 2500 Euro vor, große Autohäuser gingen teilweise mit über einer Million Euro für mehrere Monate in Vorleistung.
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