Spritztour zu gewinnen: Wir testen heute den neuen Golf
VON THOMAS REISENER - zuletzt aktualisiert: 09.09.2008 - 10:14Düsseldorf (RP). Volkswagen hat in dieser Woche einer Handvoll Promis die sechste Generation des Golf vorgestellt. Heute dürfen die ersten Journalisten eine Runde damit fahren - auch unsere Redaktion. Und unsere Leser können eine Spritztour gewinnen.
Der Fahrbericht über den neuen Golf VI wird ergänzt um spielerische Aufgaben für unsere Leser: Wer mitmacht, hat die Chance, den neuen Golf VI auf einer Luxus-Spritztour nach Wolfsburg ausgiebig selbst testen zu können.
Ab dem 10. Oktober wird der Golf deutschlandweit in 1300 Showrooms präsentiert. Das mit 80 PS etwas untermotorisierte Einsteiger-Modell kostet 16.500 Euro. 100.000 Exemplare des Golf VI wollen die Wolfsburger allein noch in diesem Jahr verkaufen, 2009 sollen es mindestens 600.000 werden.
Stets volle Kassen
Das meistverkaufte Auto der Welt hatte noch nicht einmal bei seiner Geburt im Jahr 1974 für Aufregung gesorgt. Aber stets für volle Kassen: Gerade seine Emotionslosigkeit ist das Erfolgsrezept dieses Alltags auf Rädern.
Der spannendste Golf hat 217 Seiten. Vor acht Jahren zog der Pop-Autor Florian Illies zwischen zwei Buchdeckeln eine materiell verwöhnte und mental träge Generation so gekonnt durch den Kakao, dass die Betroffenen selbst am lautesten lachten. Aber warum nannte er sein Buch „Generation Golf“? Warum nicht „Generation Escort“ oder „Generation Kadett“? Warum ausgerechnet eine Hommage an ein Auto, das für viele nichts als motorisierte Langeweile verkörpert?
Der Ford Focus wurde in der ersten Jahreshälfte nicht einmal 40.000 mal verkauft. Der Opel Astra knapp 50.000 mal. Warum ist der Golf immer der Primus? Was macht dieses betont unaufgeregte Auto seit über 30 Jahren zum Massenphänomen?
Markenzeichen Beständigkeit
Der Golf ist ein Anti-Auto. Fast alle anderen Modelle der Welt wollen entweder Luxus, sportlich oder billig sein. Der Golf nicht. Mit seinem emotionslosen Steilheck und seiner „Für-jeden-was-dabei“-Motorenpalette steht er seit 1974 für alles und nichts. Für den Alltag eben. Mit einem Golf kann man so wenig angeben wie mit einem Reihenhaus. Aber man wird sich für ihn auch niemals rechtfertigen müssen.
Der Golf hat eine neue Auto-Klasse begründet: Die Praktisch-Klasse. Das macht die Hälfte seines Erfolges aus. Die zweite Hälfte besteht aus seiner Beständigkeit: Wenn jetzt die sechste Generation in die Showrooms kommt, wird man wie immer das Gefühl haben, er habe sich kaum verändert. Bei Ford wurde aus dem Escort über Nacht ein Focus. Opel ließ mit der Einführung des Astra plötzlich auch solche Kadetts alt aussehen, die gerade erst gekauft worden waren. Das verärgert die Kundschaft.
Nie revolutionär
Ein neuer Golf hingegen bedeutet immer nur Evolution. Nie Revolution. Schon der Golf II sah aus wie der erste, rostete nur langsamer. Das Aufregendste am IIIer war seine serienmäßige Servolenkung. Der Golf IV erhob den Klarglas-Scheinwerfer zum bis heute gültigen Design-Standard. Sein Nachfolger verhalf dem noch immer wegweisenden, spritsparenden FSI-Motor zum Durchbruch.
Und was ist vom Golf VI zu erwarten? Er wird in fünf Stunden weniger zusammengebaut als sein Vorgänger und liegt deshalb preislich kaum darüber. Er soll hochwertig wirken und mit einer besonders gut gegen Schall gedämmten Fahrgastzelle verwöhnen.
An der gewollten Unauffälligkeit hat sich nichts geändert. Auch der Neue sieht aus, als hätte es ihn schon immer gegeben. Wie den Slogan, der bei Persil geklaut ist, aber zum Golf viel besser passt: „VW – da weiß man, was man hat.“
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