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Klein aber fein: City-Flitzern gehört die Zukunft

zuletzt aktualisiert: 08.10.2008 - 12:50

Paris (RPO). Die Autoindustrie speckt ab: Der Trend geht weg vom luxuriösen Dickschiff und hin zum quirligen City-Flitzer. In keiner Fahrzeugklasse gibt es auf dem Pariser Automobilsalon (4. bis 19. Oktober) mehr Neuheiten als bei den Kleinwagen. Nicht nur die asiatischen Hersteller zeigen ihre neuesten Kreationen, auch die Europäer haben die Liebe zu Kleinwagen entdeckt.

"Das sind die richtigen Autos zur richtigen Zeit", findet Nissan- Deutschlandchef Andreas Gabriel. Mit günstigen Preisen helfe man den Kunden beim Sparen. Und die geringen Verbrauchswerte bessern die CO2- Bilanz der Hersteller auf.

Nissan zeigt etwa den Pixo, der mit 3,56 Metern knapp einen halben Meter kürzer ist als der Micra – und im Preis rund 2000 Euro unter dem bisherigen Einstiegsmodell bleiben soll. Angetrieben von einem Dreizylinder mit einem Liter Hubraum und 48 kW/65 PS, verbraucht der Viersitzer laut Nissan nur 4,6 Liter (CO2-Ausstoß: 102 g/km).

Technisch basiert der Pixo auf einer anderen Pariser Premiere: Dem Suzuki Alto. "Nur über Kooperationen können wir große Stückzahlen und damit kleine Preise erreichen", sagt Gabriel. Beide Modelle sollen gemeinsam in Indien produziert werden. Ansehen kann man ihnen die Verwandtschaft aber kaum. Nur unter der Haube sind sie sich nah: Auch der Alto fährt mit dem Dreizylinder-Benziner.

Ebenfalls ein Kooperationsmodell ist der Ford Ka, der nach rund zwölf Jahren jetzt in die zweite Runde geht. Wegen des großen Kostendrucks teilt er sich mit dem Fiat 500 die Plattform. Allerdings haben die Kölner das Design grundlegend verändert. Verkauft werden soll der Ka zu Preisen, die knapp unter 10.000 Euro beginnen.

Etliche Studien in Paris geben bereits einen Vorgeschmack auf die City-Flitzer der Zukunft: So steht bei Nissan der drei Meter kurze Nuvu. Angetrieben von einem sauberen Elektromotor kommt er auf 125 Kilometer Reichweite sowie ein Höchsttempo von 120 Stundenkilometern. Zwei Passagiere haben Platz. Muss mal ein dritter mitfahren, lässt sich ein Sitz aus dem Instrumententräger klappen.

Zwar wird es den Nuvu mit seiner futuristischen Form so nie in Serie geben. Doch die Technik will Nissan bereits 2010 an den Start bringen. Das Design hat ebenfalls eine Zukunft: "Dieses Auto ist die Projektion auf ein Elektroauto von Nissan, wie es in etwa drei bis fünf Jahren auf den Markt kommen könnte", teilt das Unternehmen mit.

Auch Mazda spielt in Paris öffentlich mit dem Gedanken an ein neues Einstiegsmodell und zeigt als Vorboten eines möglichen Mazda 1 den Kiyora. Auch bei dieser Studie lässt sich der Innenraum der Zahl der Passagiere anpassen. Mazda-Europachef James Muir sieht mit Blick auf den CO2-Ausstoß seiner Flotte zwar dringenden Bedarf für einen weiteren Kleinwagen im Modellprogramm. "Doch beschlossen ist die Studie leider noch nicht", sagt Designchef Peter Birtwhistle.

Mit diesen Zweifeln muss sich Stefan Sielaff nicht plagen. Denn was der Designchef von Audi offiziell noch als Concept A1 Sportback ins Rampenlicht rückt, dürfte als 3,99 Meter langer Viersitzer schon in gut einem Jahr die Modellpalette nach unten abrunden. Unklar ist jedoch, ob Audi dann bereits mit dem Hybridantrieb soweit sein wird.

Angesichts der vielen Kleinwagen in Paris setzt bei den ersten Marktbeobachtern auf der Messe schon eine gewisse Sättigung ein. "Natürlich werden es die Winzlinge sein, über die wir in den nächsten Monaten und Jahren reden", sagt Marktforscher Nick Margetts. Doch nur halb im Scherz fügt er hinzu: "Aber ich würde gerne auch mal wieder ein großes Auto sehen."

Hier finden Sie alle Neuheiten und Infos rund um den Pariser Salon.


 
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