Hergarten-Media hat für die jährlich rund 100.000 Betroffenen ihre Lernsoftware aktualisiert, die die Wiedererlangung des Führerscheins erleichtern soll. 20 Fragen aus der Medizinisch Psychologischen Untersuchung (MPU) und die besten Antworten darauf lesen Sie hier.
Wie viele Punkte haben Sie denn?
Hier ist eine genaue Antwort, wie aus der Pistole geschossen, erforderlich. Sie zeigen damit, dass die konkreten Verkehrsdelikte und die Strafen für Sie wichtig geworden sind.
Wie beurteilten Sie Ihre gegenwärtige Lebenssituation?
Immer positiv denken! Ihre Geschichte könnte so aussehen, dass Sie aus tiefer Verzweiflung aufgetaucht sind und sich zurecht zu finden beginnen. Job in Aussicht, Beziehung stabil.
Wie konnten so viele Delikte zusammenkommen?
Schildern Sie offen, detailliert und nachvollziehbar die Entwicklung Ihres Fahrverhaltens. Denken Sie daran, das ist Geschichte, das ist abgeschlossen. Das will Ihnen auch der Psychologe nicht mehr vorhalten. Vermeiden Sie nachträgliche Bagatellisierungsversuche. Sonst ergeben sich erhebliche Zweifel an Ihrer Glaubwürdigkeit. (...)
Wie war Ihre Gefühlslage bei diesen Delikten?
Wer Punkte wegen zu schnellen Fahrens sammelt, muss ein besonderes Verhältnis zum Schnellfahren entwickelt haben. War es ein Lustgefühl, schnell zu sein? War es ein Machtgefühl, schneller als andere zu sein? Mit den Ursachen Ihres Fehlverhaltens müssen Sie sich auseinandersetzen.
Was hätte bei den jeweiligen Delikten passieren können ?
Hier wird Ihre soziale Verantwortung angesprochen. Sie hätten mit Ihrer Raserei unendliches Leid über andere Menschen bringen können, wenn Sie andere getötet oder schwer verletzt hätten. Sie hätten riesige Schäden verursachen können.
Wie schätzen Sie sich für die damalige Zeit als Fahrer ein?
Leichtsinnig, jugendlich unvernünftig, verrückt! Solche Antworten zeigen, dass Sie sich von Ihrem früheren Verhalten distanziert haben, dass Sie nicht mehr stolz auf Ihr damaliges Verhalten sind, dass Sie heute einen ganz anderen Standpunkt vertreten; vielleicht könnten Sie sich sogar für Ihr damaliges Verhalten schämen!
Warum haben Sie sich damals so verhalten?
Es muss Ursachen für Ihr Fehlverhalten gegeben haben. Massive Anlässe wie Ehekrach oder Arbeitsverlust reichen dafür nicht aus. Mit den Ursachen Ihres Fehlverhaltens wie Ehrgeiz oder Machtbedürfnis müssen Sie sich auseinandersetzen.
Was glauben Sie, warum hat die Behörde Bedenken an Ihrer Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen?
Sie sind hier, weil erhebliche Zweifel an Ihrer Fahreignung bestehen.
Wie haben sie auf die ersten Verwarn- bzw. Bußgelder reagiert?
Geben Sie zu, dass die Ihnen zunächst sch…egal waren. Die Einsicht und innere Umkehr ist erst allmählich gekommen, deshalb sitzen Sie jetzt hier. Die Zukunft wird positiv sein.
Wie kam es, dass Sie keinen Unfall (oder nur wenige) hatten?
Das kann nur Glück gewesen sein (kleine Brötchen backen)! Sie sollten besser nicht damit argumentieren, dass Sie über ein außergewöhnliches Reaktionsvermögen verfügen.
Wie lauten Ihre Vorsätze heute und was ist gegenüber früher anders?
Das ist eigentlich die zentrale Frage der Untersuchung. Der Psychologe will wissen, ob Sie sich mit den Ursachen Ihres früheren Fehlverhaltens befasst haben und ob Sie grundsätzlich etwas ändern werden. Ist eine Auseinandersetzung unterblieben, fallen Sie durch. Es genügt auch nicht die bloße Aussage, "ich will mich bessern". Eine nützliche Aussage könnte sein: Ich weiß, dass ich immer wieder extrem leichtsinnig gefahren bin und daraus Konsequenzen ziehen muss. Deshalb habe ich für mich Strategien entwickelt, wie ich mich zukünftig im Straßenverkehr verhalten werde.
Wie könnte so eine Strategie aussehen?
Problem Ampel: Der übliche innere Dialog, schaffe ich es noch bei Gelb und wann fahre ich wieder an, wird abgeschafft und ersetzt. Zukünftig halte ich vor einer gelben Ampel grundsätzlich an und fahre erst bei einer grünen Ampel los, basta!
Thema Alkoholmissbrauch: Was denkt der Psychologe, wenn ich wahrheitsgemäß über meine früheren Trinkgewohnheiten spreche?
Ich bin zu einer selbstkritischen Betrachtung meines Verhaltens in der Lage und mache mir selbst nichts vor.
Häufig wird nachgefragt, wann ich zum ersten Mal negativ im Straßenverkehr aufgefallen bin oder wann ich zum ersten Mal Alkohol getrunken habe.
Hier sollten die Daten präsent sein, als Zeichen dafür, dass ich mich mit der Problematik auseinandergesetzt habe, meine Charakterschwächen deutlich erkannt habe, und eine persönliche Vermeidungsstrategie entwickelt habe.
Sind aufgrund des Alkoholkonsums Filmrisse aufgetreten, d.h. ist es nach übermäßigem Alkoholkonsum dazu gekommen, dass Ihnen Teile des Abends/ Tages an dem Sie übermäßig getrunken haben, in der Erinnerung fehlen?
Filmrisse sind gefährlich. Wenn sie bejaht werden, muss von einem Alkoholexzess ausgegangen werden. Dann hilft nur noch absolute Abstinenz!
Wie hat sich Ihr Trinkverhalten nach der Trunkenheitsfahrt entwickelt?
Das ist eigentlich die zentrale Frage der Untersuchung. Haben Sie sich nicht kritisch mit den Thema auseinandergesetzt, fallen Sie garantiert durch. Es genügt auch nicht, "trocken" zu sein. Erfolgversprechende Aussage: Inzwischen habe ich mich mit der Problematik auseinandergesetzt und weiß, dass ich alkoholkrank bin und daraus Konsequenzen ziehen muss. Deshalb habe ich für mich Strategien entwickelt, dass ich überhaupt nicht mehr trinken muss.
Rückfrage: Wie sieht denn so eine Strategie genau aus?
Am Arbeitsplatz: Wenn meine Kollegen am Nachmittag einen "sundowner" trinken, hole ich meinen Orangensaft hervor. Das wird inzwischen akzeptiert und klappt ganz gut.
Welche Bedeutung hat der Führerschein für Sie?
Vorsicht, gefährliche Frage! Klar ist der Führerschein wichtig für mich, sonst säße ich ja nicht hier. Aber wenn ich das zu sehr betone, könnte mein Gegenüber meinen, ich würde alles dafür tun und damit auch lügen und betrügen. Also eine bescheidene Antwort: Ich habe mich inzwischen arrangiert, aber besser wäre es natürlich, wenn ich ihn zurück hätte.
Thema Drogenmissbrauch: Gab es kritische Hinweise durch andere zum Umgang mit Drogen?
Sicher sind Sie angesprochen worden, vom Chef, Ihrer Frau, Ihrer Mutter. Es muss aufgefallen sein, dass Sie immer mehr ausgestiegen sind - aber Sie haben die Ohren verschlossen gehalten, denn Sie wollten nicht hören.
Gab es Zeitpunkte, bei denen Sie einen erhöhten oder problematischen Umgang mit Drogen hatten?
Natürlich, das ist eine Konsequenz Ihrer Drogenkarriere.