Es wird kälter: Autofahrer müssen jetzt auf Winterreifen wechseln
zuletzt aktualisiert: 28.11.2009 - 14:49Düsseldorf (RPO). Für nächste Woche sind tiefere Temperaturen angekündigt. Wenn es im Dezember nicht winterlich wird, wann dann? Wohl dem, der schon Winterreifen aufgezogen hat und dem Ansturm in Werkstätten entgeht. Was Sie zur Bereifung und zum Auto-Winter wissen müssen, erfahren Sie hier.
Grundsätzlich sollte kein Autofahrer auf Winterreifen verzichten, auch nicht in Gegenden, in denen es nur selten schneit. Diese Reifen sind wegen ihrer besonderen Gummimischung bereits ab sieben Grad Celsius zu empfehlen, weil unter dieser Temperaturgrenze die härtere Gummimischung des Sommerreifens hart und spröde wird, Brems- sowie Antriebskräfte nur noch begrenzt auf die Straße übertragen werden.
Immer Verwirrung
Eine allgemeine Winterreifen-Pflicht existiert in Deutschland zwar nicht, aber das seit 2006 geltende Gesetz über die ausreichende Winterfestigkeit des Wagens hat nicht gerade für Klarheit gesorgt. Statt der Verpflichtung ist die Sorgfalt vorgeschrieben, stets angemessen unterwegs zu sein. Wer dagegen verstößt, riskiert bei plötzlichem Flockentreiben ein Bußgeld von bis zu 40 Euro und einen Punkt in Flensburg. Passiert ein Unfall, wird es noch teurer und der Versicherungsschutz kann erlöschen.
"Hätte ich doch nur" - diese Worte haben schon zahlreiche Autofahrer nach dem ersten Wintereinbruch des Jahres gesagt. Die Fortsetzung des Satzes kann sich auf weitere Aspekte erstrecken: den Eiskratzer einpackt zum Beispiel, rechtzeitig an Frostschutz gedacht, die Batterie überprüft, die Scheinwerfer gecheckt. Die Möglichkeiten, den Wagen auf den Winter vorzubereiten, sind vielfältig. Es geht um grundlegend Technisches ebenso wie um Details.
Ein wichtiges Thema ist Frostschutz. Das gilt zum Beispiel für das Kühlwasser, das auch bei längerer Standzeit in bitterer Kälte nicht einfrieren soll. "Bis minus 30 Grad sollte der Frostschutz immer reichen", rät Rainer Hillgärtner vom Auto Club Europa (ACE) in Stuttgart. "Die Tankstellen halten entsprechende Messgeräte bereit."
Doch nicht nur Kühlwasser kann gefrieren: "Natürlich muss die Scheibenwaschanlage auch vor Frost sicher sein." Hier reicht nach Hillgärtners Angaben aber eine Mischung aus, die bis minus 20 Grad sicher vor dem Einfrieren ist. Wichtig ist, nach dem Einfüllen des Gemisches die Scheibenwaschanlage einige Male zu betätigen: So verteilt sich die Flüssigkeit auch in Leitung und Spritzdüsen.
Zur guten Sicht gehören auch einwandfreie Scheibenwischer - diese sollten vor der kalten und nassen Zeit noch einmal überprüft und notfalls ausgetauscht werden. "So ein Scheibenwischer leistet im Winter Schwerstarbeit", sagt Maximilian Maurer vom ADAC in München. Nicht nur, dass er mit viel Schmutz zu kämpfen hat - er kann auch an der Scheibe festfrieren und wird dann bei unsachgemäßem oder grobem Anheben schnell beschädigt.
Besonders wichtig im Winter ist die Beleuchtung: Es sollte daher zur Selbstverständlichkeit gehören, die Lichtanlage rechtzeitig zu überprüfen - jede einzelne Lampe muss funktionieren. Hans-Jürgen Götz von der Sachverständigenorganisation GTÜ in Stuttgart empfiehlt, ein zweites Lampen-Set als Ersatz im Handschuhfach mitzunehmen. Außerdem ist es ratsam, den Tausch der Leuchten schon einmal geübt zu haben.
Schlappe Batterien
Gutes Licht nützt natürlich gar nichts, wenn der Wagen nicht anspringt. Das kommt in der kalten Jahreszeit häufig vor: Denn schlappe Batterien sind traditionell eine der Haupt-Pannenursachen. Maximilian Maurer rät daher, die Batterie in der Werkstatt überprüfen zu lassen. "Eine professionelle Prüfung gibt ein gutes Bild über den Zustand der Batterie." So ist schnell klar, ob es besser ist, eine neue Batterie anzuschaffen.
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