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Partikelfilter arbeiten unsauber: Dieselfahrer klagen über Verstopfung

zuletzt aktualisiert: 16.05.2007 - 12:16

München/Berlin (RPO). Der Umwelt dient er allemal. Und spätestens seit der Gesetzgeber eine steuerliche Förderung beschlossen hat, haben sich viele Dieselfahrer entschlossen, nachträglich einen Partikelfilter in ihren Wagen einbauen zu lassen. Nicht wenige wundern sich nun über unerwünschte "Nebenwirkungen".

Ein Rußpartikelfilter ist an sich eine sinnvolle Sache: Das Bauteil im Abgassystem von Dieselfahrzeugen fischt Krebs erregende Rußteilchen aus den Emissionen und trägt zur Verringerung der Umweltbelastung bei. Doch bei manchen "sauberen" Dieseln sorgt der Filter bei bestimmter Fahrweise für unerwünschte Begleiteffekte.

Insbesondere bei extremem Kurzstreckenbetrieb kann er verstopfen, weil die angesammelten Rußteilchen nicht freigebrannt werden. Quasi als "Abführmittel" empfehlen Experten, mit dem Wagen eine Extrarunde zu drehen - ansonsten droht ein Werkstattaufenthalt.

 Probleme häufen sich

Nach Angaben des ADAC in München hatten die Pannenhelfer bereits mit Dieselfahrzeugen zu tun, die wegen verstopfter Filter liegen geblieben sind. Genaue Zahlen, wie oft das Problem auftritt, seien jedoch nicht bekannt. Auch die Zeitschrift "Auto Bild" (Ausgabe 11/2007) berichtet von sich häufenden Leserzuschriften zu dem Problem unter anderem bei Modellen von Audi, VW und Opel.

Unter "Verstopfung" leiden ADAC-Sprecher Maximilian Maurer zufolge nur so genannte geschlossene, ins Motormanagement integrierte Filtersysteme. Sie werden in der Regel bei neuen Fahrzeugen ab Werk eingebaut und filtern nahezu alle Rußteilchen aus den Abgasen heraus. "Offene" Filtersysteme, wie sie vor allem zur Nachrüstung älterer Diesel verwendet werden, kennen das Problem laut Maurer nicht.

Um die Filterwirkung eines geschlossenen Systems auf Dauer zu gewährleisten, muss sich dieses von Zeit zu Zeit regenerieren. Dabei werden die hängen gebliebenen Partikel laut Maurer "freigebrannt". Dazu ist eine ausreichend hohe Abgastemperatur erforderlich, die auf Kurzstrecken nicht erreicht wird. Wird ein Diesel also nur für solche Fahrten benutzt, sammeln sich immer mehr Partikel an. Da eine Regeneration nicht stattfindet, ist der Filter irgendwann voll.

"Kinderkrankheiten"?

Audi gebe in der Betriebsanleitung Hinweise, wie die Filterregeneration unterstützt werden kann, sagt Audi-Sprecher Josef Schloßmacher in Ingolstadt: "Der Fahrer muss etwa 15 Minuten im vierten Gang mindestens 60 Stundenkilometer schnell fahren. Die Drehzahl muss 2000 Umdrehungen pro Minute betragen." Ähnlich lauten die Hinweise von anderen Herstellern, etwa Opel und VW. Roger Eggers vom TÜV Nord in Hannover nennt die Probleme "Kinderkrankheiten", die bei Systemen kommender Generationen nicht mehr auftreten sollten.

Im Vorteil gegenüber den deutschen Autoherstellern sieht man sich bei Peugeot. "Solche Probleme haben wir überhaupt nicht", sagt Gordian Heindrichs von Peugeot Deutschland in Saarbrücken. Der französische Hersteller hat von Anfang an auf geschlossene Filtersysteme gesetzt, die mit einem Additiv arbeiten. Es wird zusätzlich in den Kraftstoff eingespritzt und soll die Regenerationstemperatur heruntersetzen. Der Filter könne sich regenerieren - unabhängig von der Fahrweise. Auch bei Audi wird laut Schloßmacher an Verbesserungen der Filtersysteme gearbeitet.

Gerd Lottsiepen vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) in Berlin ist jedoch skeptisch, ob sich der Entwicklungsaufwand letztlich lohnt. Immerhin handele es sich bei dem Problem kaum um ein Massenphänomen. Er sieht das Grundproblem woanders: "Die Leute haben die falschen Autos. Für jemanden, der permanent nur kurze Strecken fährt, lohnt sich ein Diesel nicht." Ein verbrauchsgünstiger Benziner wäre bei solch einem Fahrprofil die bessere Wahl.

Quelle: gms

 
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