ADAC-Test: Kindersitze: Rückwärts ist sicherer
zuletzt aktualisiert: 23.10.2008 - 07:39Düsseldorf (RPO). Bei seinem aktuellen Kindersitztest hat der ADAC viele gute Noten verteilt. Speziell zwei rückwärts gerichtete Sitze schnitten beim Frontalaufprall als besonders sicher ab. Allerdings mahnt der Autoclub: Nicht jeder Sitz passt perfekt in jedes Auto.
Zusammen mit seinen europäischen Partnerclubs und der Stiftung Warentest ermittelte der ADAC in allen Klassen gute Produkte. Die Auswahl von Sitzgelegenheiten für die Kleinen werde leichter. Unter den getesteten Produkten befinden sich auch zwei rückwärts gerichtete Sitze (Reboardsysteme) für Kinder von neun bis 18 kg. Diese haben sich im Frontalcrash besonders bewährt.
Eines der Reboardsysteme, der Wavo Fix XL Isofix, bekommt die Gesamtnote „gut“. Im Komfort zeigen sich bei diesem Sitz allerdings leichte Schwächen. Der Recaro Polaric, ebenfalls ein rückwärts gerichteter Kindersitz, spielt seine Stärken im Frontalaufprall voll aus. Er erhält hier die Bestnote „sehr gut“.
Im Seitencrash schützt der Recaro Polaric allerdings nur durchschnittlich. Die Montage ist etwas umständlich. Der Sitz ist außerdem sperrig und relativ schwer. Ein anderer Schwachpunkt ist die äußerst aufrecht stehende Rückenstütze. Der Komfort für das Kind ist eingeschränkt. Deshalb erhält der Recaro Polaric insgesamt nur ein „befriedigend“.
Schutz beim Frontalcrash
Rückwärts gerichtete Sitze schützen den Nachwuchs vor allem beim Frontalaufprall. Im Seitenaufprallschutz unterscheiden sich die Sitze allerdings kaum von den herkömmlichen, nach vorne gerichteten Produkten. Gerade weil der Seitenschutz ein sensibles Thema ist, fordert der ADAC, dass der Seitencrash Bestandteil der europäischen Zulassungsrichtlinie für Kindersitze wird. Diese Richtlinie (ECE-R44/04) sei eine gute Grundlage. Sie schütze vor schlechten Sitzen.
Allerdings schreibt sie immer noch keinen Seitencrashtest vor. Seitenkollisionen sind aber besonders gefährlich. Sie kommen in der Unfallrealität häufig vor und führen oft zu schwersten Verletzungen, weil eine seitliche Knautschzone fehlt. Selbst Kopfairbags bringen Kindern meist nichts, sie tauchen beim Unfall fast immer unter dem Airbag durch.
Nicht jeder Sitz passt perfekt
Beim Kindersitzkauf empfiehlt der ADAC mit dem eigenen Auto zum Händler zu fahren. Denn: Nicht jeder Sitz passt perfekt in jedes Auto. Außer-dem sollte man den Einbau samt Sicherung des Kindes im eigenen Auto selbst ausprobieren. Der Kindersitz muss mit dem Autogurt stets so straff wie möglich fixiert werden. Nur dann wird beim Unfall der Schutz voll wirksam. Gleiches gilt für die Gurte, mit denen der Nachwuchs festgeschnallt ist. Lasche Gurte führen beim Crash dazu, dass der Kinderkörper nach vorne schleudert und dann ruckartig gestoppt wird. Die Belastung wird zu hoch. Der Kopf schlägt dann möglicherweise gegen den Vordersitz.
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