Richtige Sitze sind vorgeschrieben: So fahren Kinder sicher im Auto mit
VON FRAUKE WEBER - zuletzt aktualisiert: 10.06.2007 - 15:15Düsseldorf (RPO). Seit Jahren schon testet der ADAC den wirkungsvollen Schutz von Kindersitzen im Auto. Beim diesjährigen Test erreichte die Hälfte der Modelle die Note „gut“, ein Kindersitz konnte sogar so überzeugen, dass er die Note „sehr gut“ erhielt – und das zum ersten Mal in der Geschichte dieses Tests, der seit 1993 durchgeführt wird.
Auch wenn es mittlerweile für Babys und Kinder in jeder Gewichtsklasse und für jede Größe mehrere gute Sicherungssysteme gibt, fällt doch ein anderes Phänomen auf: Oft sind die Sitze gar nicht richtig im Fahrzeug instal-liert. Die Quote von falsch oder fehlerhaft eingebauten Schutzsystemen lag im Jahr 2006 bei rund 65 Prozent, wie die Bundesanstalt für Straßenwesen errechnet hat. So kann selbst das beste Schutzsystem im Ernstfall seine Wirkung nicht richtig entfalten. Und die Folgen bei einem Unfall können grausam werden: Schon bei einem Aufprall mit geringer Geschwindig-keit wird ein Kind durch den Innenraum geschleudert.
Schwere Verletzungen für Kind und andere Insassen sind dann die Regel. Dabei sind Eltern verpflichtet, ihren Nachwuchs im Au-to gut und sicher unterzubringen. Wer dagegen verstößt, erhält ein Verwarnungsgeld von 40 Euro und einen Punkt in der Verkehrssünderkartei des Bundeskraftfahrzeugamtes in Flensburg.
Gute Sicherung tut also Not. Aber wie am besten vorgehen? Zunächst sollten die Eltern die Empfehlungen des Autoherstellers beherzigen. Wer dann zum Kauf des Kindersitzes schreitet, sollte auf die ECE-Norm R44 achten, die jeder Kindersitz bestehen muss. Außerdem empfehlen die Experten des ADAC, Kinder so lange wie möglich durch ein so genanntes „Reboard“-Modell zu sichern, bei dem der Sprössling entgegen der Fahrtrichtung sitzt.
Vorteil bei einem Auffahrunfall: Der Kopf des Kindes schleudert nicht nach vorn, sondern findet Halt im Sicherungssystem. Werden diese wie auch andere Sicherungssysteme auf dem Beifahrersitz angebracht, muss dort vorher der Airbag abgeschaltet werden. Weiterhin benötigen rückwärts eingebaute Systeme eine bestimmte Gurtlänge, dies gilt es ebenfalls vorher zu beachten.
Weitere Varianten des Einbaus: Bei manchen Kindersitzen wird der Sitz mit dem normalen Anschnallgurt befestigt, das Kind selbst wird im Sitz mit einem eigenen Gurt gesichert. Bei anderen Systemen sichert der normale Anschnallgurt sowohl den Sitz als auch das Kind selbst.
Einfacher funktioniert der Einbau von Sitzen bei Fahrzeugen, die über das Isofix-System verfügen. Dabei handelt es sich um ein international genormtes Befestigungssystem. In Autos mit Isofix sind Verankerungen installiert, die mit Einrastarmen an Kindersitzen zu-sammenpassen. Dadurch ist der Kindersitz direkt mit der Karosserie des Autos verbunden und nicht nur über den Anschnallgurt gesichert.
Wer sich Schutzsysteme kauft, sollte beim Kauf nicht nur das Kind Platz nehmen, sondern sich auch den Einbau genau erklären lassen. Noch besser ist es natürlich, wenn der Händler erlaubt, den Sitz vor Ort in das Auto einzubauen.
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