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toyota prius gaspedal bremspedal panorama AFP 2010-0205
  Foto: AFP
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Zwei Drittel der Autofahrer ahnungslos: So geht eine Vollbremsung

zuletzt aktualisiert: 08.09.2010 - 15:09

München (RPO). Feste drauf und sich dabei nicht vom vibrierenden Bremspedal irritieren lassen - das ist eine Technik, die zwei Drittel der Autofahrer im Notfall nicht beherrschen. So können keine Vollbremsung. Wir erklären, wie es geht.

Gas geben ist keine Kunst. Pedal durchdrücken und los. Die Kür des Autofahrens beginnt mit dem Pedal links daneben: mit der Bremse, ihrer Dosierung und dem Gefühl für den richtigen Zeitpunkt, sie zu drücken und wieder loszulassen. Rennfahrer treiben diese Kunst auf die Spitze, um möglichst wenig an Geschwindigkeit zu verlieren, danach aber möglichst schnell wieder zu beschleunigen. Ein Tanz, haarscharf an jener Grenze, bei der das Auto ausbricht.

Das muss kein Autofahrer im Alltag beherrschen. Doch ein bisschen Übung mit der Bremse schadet gewiss nicht. "Bei einer Notbremsung muss man richtig ins Bremspedal rein hämmern", schildert Ralf Müller-Wiesenfarth das oberste Bremsgebot. Er ist Cheftrainer des ADAC Südbayern und weiß: "Zwei Drittel der Autofahrer bekommen auf Anhieb keine Notbremsung hin." Meist werde viel zu schwach gebremst.

Voller Krafteinsatz

Den nötigen Krafteinsatz richtig zu dosieren heißt auch: "Nicht erst in die Eisen steigen, wenn es brennt, sondern schon dann kraftvoll verzögern, wenn es brenzlig werden könnte", sagt Philip Puls vom TÜV Süd. Stelle sich heraus, dass die Situation nur halb so kritisch sei und die verbliebene Strecke gut ausreiche, könne man den Druck aufs Bremspedal immer noch vermindern. Doch zusätzlichen Bremsweg anbauen, "geht nicht".

Das vibrierende und deswegen irritierende Bremspedal ist nur eine harmlose Folge des ABS. "Vergessen Sie nicht, im gleichen Augenblick die Kupplung zu treten, damit Sie Ihren Motor nicht mitbremsen müssen und diesen auch nicht abwürgen", mahnt Puls. Natürlich kann man sozusagen daheim richtiges Bremsen üben. Doch sinnvoller ist die fahrerische Weiterbildung mit Fahrtraining unter fachmännischer Anleitung. Solche Nachhilfe bieten Autoclubs, aber ebenso Versicherungen und Berufsgenossenschaften an. Dabei lernt man auch, was richtiges Bremsen mit richtigem Sitzen zu tun hat.

Richtig sitzen

Wer hinter dem Steuer mehr liegt als sitzt und deshalb nicht genug Unterstützung durch die Sitzlehne besitzt, kann auch nicht richtig bremsen. "Bei einer Gefahrenbremsung muss man 80 bis 100 Kilogramm Pedaldruck aufbauen", erläutert Müller-Wiesenfarth. Wer zu weit vom Lenkrad weg sitzt, kann das kaum. Zudem besteht bei einer solchen Sitzposition ein deutlich höheres Verletzungsrisiko, wenn alles Bremsen nichts mehr nutzen sollte. Sind nämlich die Beine zu weit gestreckt, wird bei einem Unfall die Aufprallenergie direkt in die Hüften geleitet, und das kann zu schweren Verletzungen führen.

Ebenfalls in das Kapitel vorbeugende Sicherheitsmaßnahmen gehört neben der korrekten Sitzposition die richtige Haltung des Lenkrades. Wer die linke Hand lässig und cool auf zwölf Uhr hat, kann in einer Notsituation nicht entsprechend reagieren. Korrekt ist die Armhaltung, wenn die Hände auf etwas mehr als halber Höhe das Lenkrad im Griff haben. Die Arme sollten dabei leicht gebeugt ein. Sind sie durchgestreckt, muss eher nachgegriffen werden, um das Lenkrad zu drehen, und zudem erhöht sich bei einem Unfall die Verletzungsgefahr. Eine gute Faustregel besagt, dass die Schultern an der Sitzlehne gut aufliegen und die Handwurzel bequem auf dem oberen Rand des Lenkradkranzes platziert werden kann.

Bremsassistent

Die korrekte Sitzposition muss der Fahrer noch immer selbst justieren, bei dem Problem des zu zögerlichen Bremseinsatzes kann inzwischen die Technik helfen. Verschiedene Hersteller bieten einen Bremsassistenten an. Dieses "Brake Assist System" (BAS) errechnet, wie schnell der Fahrer vom Gas- auf das Bremspedal wechselt und wie hoch der Druck auf die Bremse ist. Erkennt das System dabei, dass der Fahrer in Bremsnöten ist, aktiviert es für- und vorsorglich eine Vollbremsung, bis der Mensch am Steuer den Pedaldruck zurücknimmt und so seinerseits Entwarnung signalisiert.

Quelle: DDP/kpl

 
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