Ohrfeige für A44 bei Velbert: Tops und Flops beim ADAC-Tunneltest
zuletzt aktualisiert: 29.07.2010 - 05:00Düsseldorf (RPO). Von insgesamt 26 getesteten Tunneln bekamen vier die rote Karte. Der Testverlierer in Island rasselte mit „mangelhaft“ durch. Drei weitere Röhren stufte der ADAC als „bedenklich“ ein, darunter auch den 25 Jahre alten Tunnel Birth auf der A44 bei Velbert.
Den aktuellen ADAC-Tunneltests, den der Automobilclub gemeinsam mit seinen Partnerclubs im Rahmen von EuroTAP in 13 europäischen Ländern durchgeführt hat, haben drei Viertel der Röhren bestanden. 16 Mal gab es die Note „sehr gut“ und vier Mal „gut“. Zwei weitere Tunnel erhielten ein „ausreichend“. Der Testsieger kommt aus Frankreich. Der neu eröffnete Duplex-Tunnel auf der A86 bei Paris hat geradezu Vorbildcharakter in puncto Sicherheit.
Weit hiervon entfernt ist der erst zwölf Jahre alte Hvalfjörður-Tunnel in Island nördlich von Reykjavik. Der Testverlierer liegt sicherheitstechnisch deutlich hinter den europäischen Mindeststandards zurück und ist dringend sanierungsbedürftig.
Lichtpflicht im Tunnel
Wer in einen Tunnel fährt, muss Abblendlicht einschalten, sonst kann das Versäumnis bis zu 35 Euro kosten. Darauf macht der Automobilclub Kraftfahrer-Schutz (KS) in München aufmerksam.
In Deutschland wurden insgesamt drei Tunnel getestet. Dunkle Fahrbahnen in finsteren Röhren, keine Videoüberwachung und fehlende Fluchtwegbeschilderungen sind nur einige der Mängel im 25 Jahre alten Tunnel Birth auf der A44 bei Velbert. Die Röhre in Nordrhein-Westfalen erhält deshalb das ADAC-Urteil „bedenklich“. Sie muss umgehend fit für die Zukunft gemacht werden.
Wie zeitgemäße Tunnel aussehen, zeigen der Lohberg-Tunnel bei Darmstadt und der Richard-Strauss-Tunnel in München. Beide überzeugen mit „sehr gut“. Die erfreuliche Tendenz beim diesjährigen Test bestätigt, dass Europas Röhren immer sicherer werden.
Neue oder bereits sanierte Tunnel erreichen fast immer gute Noten, alte oder noch nicht modernisierte Röhren bekommen schlechte Bewertungen. Somit bedarf es hartnäckiger Anstrengungen, damit sich Autofahrer in ganz Europa im Tunnel sicher fühlen können.
Der ADAC fordert, die EU-Richtlinie zur Nachrüstung bis 2014 konsequent umzusetzen. Das gilt auch für die heimischen Röhren, in deren Modernisierung und Sicherheit bis dahin rund 800 Millionen Euro investiert werden sollen. Dass Nachrüstprogramme erfolgreich sind, beweisen drei wiederholt getestete Tunnel in Österreich und Frankreich. Nach der Modernisierung lautet das ADAC-Urteil für alle jetzt „sehr gut“.
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