VCD-Check: Verkehrssicherheit: Städte im Vergleich
zuletzt aktualisiert: 07.07.2010 - 15:50Düsseldorf (RPO). In den letzten fünf Jahren ist die Zahl Todesopfer auf den deutschen Straßen zwar konstant gesunken. Doch nur in drei Städten verunglückte 2009 kein Mensch tödlich. Das folgt aus dem Städtecheck, den der Verkehrsclub Deutschland (VCD) vorgenommen hat.
In Pforzheim, Trier und Reutlingen kam im vergangenen Jahr niemand bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Überdurchschnittlich gut habe sich die Verkehrssicherheit seit 2004 unter anderem in Bochum entwickelt, teilte der VCD mit. In der Ruhrgebietsstadt nahm die Verunglücktenzahl seither im Durchschnitt jährlich um 5,27 Prozent ab. Das Risiko, bei einem Verkehrsunfall verletzt oder getötet zu werden, sei damit in keiner anderen Stadt in Nordrhein-Westfalen so gering wie in Bochum. "Offensichtlich ist unsere Rezeptur aus Netzwerkarbeit, konsequenter Verfolgung von Hauptunfallursachen und intensiver Prävention vom Kindergarten bis hin zu den Senioren erfolgreich", erklärte Bochums Polizeidirektor Manfred Kibbas.
Negativbeispiel Siegen
Als Negativbeispiel gilt Siegen: Dort ist die durchschnittliche Verunglücktenzahl seit 2004 um 5,47 Prozent angestiegen. Der VCD hat der Kommune empfohlen, die Unfallschwerpunkte genauer zu untersuchen und die Ursachen zu beheben. Um die Verkehrssicherheit zu verbessern, hatte die Stadt Siegen in der Vergangenheit unter anderem zusätzliche Ampeln und Fußgängerüberwege installiert.
Der „Städtecheck Verkehrssicherheit“ des ökologisch orientierten VCD untersuchte insgesamt 81 Großstädte. 37 wurden grün eingestuft, weil sie über die letzten fünf Jahre eine überdurchschnittliche Abnahme bei den Verunglücktenzahlen erreichten. Gelb eingestuft wurden 24 Städte, die im Mittel nur eine unterdurchschnittliche Reduzierung erzielen konnten. 20 Städte, in denen die Zahl der Verunglückten in den letzten fünf Jahren im Mittel sogar zugenommen hat, wurden mit rot bewertet.
Risiko bleibt hoch
„Obwohl die Unfallzahlen im Verkehr insgesamt rückläufig sind, ist das Risiko, bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen, für jeden Einzelnen nach wie vor sehr hoch“, erläutert VCD-Bundesgeschäftsführerin Kerstin Haarmann. Im Jahr 2009 seien durchschnittlich fast 1100 Menschen pro Tag im Straßenverkehr verunglückt. „In vielen Städten ist die reale Verkehrssituation nicht so sicher, wie die bundesweite Statistik suggeriert“, betont Haarmann.
Wie sicher der Straßenverkehr in einer Stadt sei, hängt laut VCD vom Engagement der Kommunen, aber auch von strukturellen Kriterien wie Größe, Einwohnerzahl, Stadtstruktur, den Pendlern, dem Anteil an Hauptverkehrsstraßen, dem Geschwindigkeitsniveau oder der Verkehrsüberwachung ab.
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