Staub, Lack und Co.: Vulkanausbruch: Was gilt für Autofahrer?
zuletzt aktualisiert: 16.04.2010 - 10:47Düsseldorf (RP/RPO). Schon allein der Name: Eyjafjallajökull. Zu deutsch: Inselberggletscher. Während der Ausbruch des isländischen Vulkans im Flugbetrieb ein Chaos verursacht, sollen die Folgen laut Experten für Autofahrer glimpflich verlaufen. Sie müssen nicht befürchten, dass die Aschewolke ihren Motor zerstört.
Der Würzburger Vulkanologe Bernd Zimanowski warnte mit Blick auf die Auswirkungen in Deutschland vor Hysterie. Es sei nicht unbedingt zu erwarten, "dass bei uns schwarzes Zeug vom Himmel fällt", sagte er.
Allerdings könne es durchaus passieren, dass an manchen Orten Aschestaub auf Autos liege, so wie dies im Jahr 1981 nach dem Ausbruch des Vulkans Mount St. Helens in den USA an einigen Orten in Deutschland beobachtet worden sei.
Grundsätzlich hängt es von der Windrichtung und der Explosionsstärke ab, inwieweit eine Eruption sich regional auswirkt. "Extrem war zum Beispiel der Ausbruch des Tambora auf Sumatra im Jahr 1815, der die Temperaturen weltweit zurückgehen ließ und Missernten verursachte", erklärt Knut Hahne, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Geoforschungszentrum Potsdam. Also ist abgesehen vom gestörten Flugverkehr ist laut Experten in Deutschland wohl nicht mehr zu erwarten als ein wenig Dreck auf den Autos.
Schäden am Autolack?
Muss ich als Autofahrer dennoch besorgt sein, etwa um meinen Lack? Worin unterscheidet sich Vulkanasche beispielsweise von Saharasand, der sich immer wieder mal als feiner Staub auf Autos ablagert?
Vulkanasche besteht aus feinen Partikeln, zum größten Teil Glas, die durch feine Zerteilung von Magma entstehen. Im Prinzip kann die Lackierung von Autos zerstört werden, wenn der Vulkanstaub auf den Fahrzeugen niedergeht. Der Vulkanstaub, der mineralisches Material ist, kann laut Stefan Weiher vom Institut für Geologie und Mineralogie an der Uni Köln mit Gasen angereichert sein, darunter auch Schwefelwasserstoff. Kommt Wasser dazu, bildet sich Schwefelsäure, die Lacke angreifen kann.
"Ob Schäden entstehen, ist eine Frage der Konzentration. Bei uns dürfte die nach dem Ausbruch in Island sehr gering sein", meint der Mineraloge aus Köln. Die Belastung dürfte seiner Meinung nach in Deutschland vergleichbar sein mit der, die durch den "normalen sauren Regen" besteht. "In Island, nahe dem Vulkan, kann das anders sein", so Weiher.
Die Autowäsche ist demnach unproblematisch: "Sollten sie Vulkanstaub auf ihrem Fahrzeug feststellen, entfernen Sie ihn entweder selbst mit Wasser und Schaum oder fahren durch die Waschstraße", sagt Roman Breindl vom Automobilclub ADAC in München.
Infolge der veränderten Bedingungen in Deutschland hat der ADAC übrigens noch keine Informationen über mehr Staus auf den Fernstraßen am Wochenende. An den Bahnhöfen sieht das anders aus.
Zahlt die Versicherung?
Eine weitere wichtige Frage: Zahlt die Versicherung für Autoschäden nach Vulkanausbrüchen, wenn doch etwas passiert? Das hängt von der Versicherungspolice ab. "Im Rahmen der Teilkasko sind bei uns auch Explosionen und deren Folgen versichert", sagt Gudrun Peters von der Provinzial. "Dazu zählen auch Vulkanausbrüche: Wenn in der Folge solcher Eruption Steine auf das Fahrzeug fallen, wird das geregelt. Das gilt auch für Dämpfe oder Aschepartikel, die dem Lack schaden."
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