Henning Rasche
Journalistenschüler

Henning Rasche (her) ist Politikredakteur der Rheinischen Post.

Nachdem er im Jahr der Wiedervereinigung in Dinslaken zur Welt gekommen ist, nahm Rasche 2009 an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf das Studium der Rechtswissenschaften mit dem Schwerpunkt Recht der Politik auf. 2014 schloss er das Studium als Magister mit dem ersten Staatsexamen ab.

Parallel zum Studium begann Rasche in der Redaktion Dinslaken der Rheinischen Post mit der journalistischen Arbeit. Sein erster Text beschreibt, wie der Bürgermeister der Stadt auf einem Elektrofahrrad durch die Einkaufsstraße fährt. 2014 wechselte er als Reporter in die Düsseldorfer Redaktion der RP. Ein Jahr später begann Rasche mit der Journalistenschule der Rheinischen Post.

Seit 2018 ist er Redakteur im Politik-Ressort. Dort kümmert er sich vor allem um juristische Fragestellungen und Sachverhalte. Außerdem kritisiert er regelmäßig „Tatort“-Folgen.

Artikel dieses Autors

Die überholten Privilegien der Kirchen

Auch wenn der Rückhalt in der Gesellschaft schwindet: Die Kirchen leisten einen unersetzlichen Dienst für die Menschen in diesem Land. Sie pflegen, sie trösten und sie geben denen eine Chance, an die kein anderer mehr glaubt. Es ist daher keine Petitesse, dass der Europäische Gerichtshof den Kirchen weiterhin eine starke Autonomie zugesteht. Der Staat hat sich in Fragen des Glaubens nicht einzumischen, er ist ein schlechter religiöser Ratgeber. Was das Wort "christlich" im Jahr 2018 bedeutet, darüber darf kräftig gestritten werden. Aber es ist keine staatliche Aufgabe, diesen Begriff mit Inhalt und Leben zu füllen. Von Henning Raschemehr

Die Kunstrichter aus Schleswig

Mit diesen Richtern hatte niemand tauschen wollen, schließlich umzingelte die halbe EU das Oberlandesgericht in Schleswig. Niemand wollte entscheiden, was diese Richter zu entscheiden hatten: Muss Deutschland den katalanischen Separatistenführer Carles Puigdemont nach Spanien ausliefern oder nicht? Die Bundesregierung hatte die Hände gehoben und auf eine innerspanische Angelegenheit verwiesen, was schon deshalb abwegig war, weil Puigdemont in einem Gefängnis in Neumünster saß. Nun haben diese Richter aber einen eloquenten Sieg für den deutschen Rechtsstaat errungen. Ihre Entscheidung, den Katalanen nicht wegen Rebellion auszuliefern und den Haftbefehl auszusetzen, ist raffiniert. Von Henning Raschemehr

Düsseldorf

Verwaltungsgericht kritisiert Bundesamt für Asyl

Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hat massive Kritik am Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) geübt. Die Vizepräsidentin des Gerichts, Gabriele Verstegen, sagte gestern bei einem Pressegespräch: "Das Bamf ist für uns nicht erreichbar, das bringt viel Sand ins Getriebe." Durch die Vielzahl an Asylanträgen vernachlässige die Bundesbehörde das Prozessgeschehen. Das Verwaltungsgericht könne die Mitarbeiter in Nürnberg weder telefonisch noch schriftlich erreichen. Das sei vor einiger Zeit noch anders gewesen. "Wir müssen alles selbst entscheiden, das Bamf hilft nicht mit", sagte Verstegen. Und: "Wir leiden sehr darunter." mehr

Keine Gnade für Gaffer

Gaffer ergötzen sich am Leid ihrer Mitmenschen. Das ist widerwärtig. Sie als Schaulustige zu bezeichnen, trifft nicht den Kern ihres Handelns. Schaulustige kommen bei Brückensprengungen oder Tanzeinlagen in der Einkaufstraße zusammen. Gaffer hingegen verharren an einem Ort, der für andere zum Unglücksort geworden ist. Sie haben keine Lust zu schauen, sie haben Lust am Unglück. Auch wenn die strafrechtliche Lücke, die der Bundesrat nun schließen will, klein sein mag, ist das Vorgehen notwendig. Es braucht Zeichen, dass die Zivilgesellschaft keine Gnade für Gaffer kennt. Von Henning Raschemehr

Kein Urteil nach Gefühl

Wer mit 170 Stundenkilometern über den Ku'damm in Berlin brettert, dem ist nicht zu helfen. Er gefährdet sich selbst, schlimmer noch: Er gefährdet andere. Dass bei solch irrsinnigen Trips Menschen sterben können, liegt auf der Hand. Derjenige, der bis zum Anschlag auf das Gaspedal drückt, weiß das. Insofern war es nachvollziehbar, dass das Berliner Landgericht die Todesraser wegen Mordes verurteilt hat. Es ist ärgerlich, dass es dabei argumentative Fehler gemacht hat. Von Henning Raschemehr

Düsseldorf

NRW fordert Schleierverbot in Gerichten

Die nordrhein-westfälische Landesregierung will bundesweit Gesichtsschleier aus Gerichtssälen verbannen. Wie Justizminister Peter Biesenbach (CDU) gestern ankündigte, soll das Verbot für alle Beteiligten und Zuschauer gelten. Verboten werden sollen unter anderem muslimische Burkas und Nikabs sowie Schals, die etwa Autonome zur Vermummung nutzen. Auf der Konferenz der Justizminister Anfang Juni will Biesenbach eine Bundesratsinitiative einleiten. "Neutralität ist gerade vor Gericht nicht nur eine Werteentscheidung unseres Grundgesetzes, sie ist Grundvoraussetzung für einen funktionierenden Rechtsstaat", sagte der Justizminister. mehr

Münster

NRW-Gerichte zählen so viele Asylverfahren wie noch nie

Bei den sieben Verwaltungsgerichten in Nordrhein-Westfalen sind im vergangenen Jahr 110.200 neue Verfahren eingegangen. Das sind doppelt so viele wie 2015 und 36 Prozent mehr als 2016. Die Rekordzahl beruht vor allem auf der massiven Zunahme der Asylverfahren - in 72 Prozent der neuen Verfahren geht es um den Aufenthaltsstatus. 79.095 neue Asylverfahren haben die Verwaltungsgerichte in NRW 2017 erreicht, so viele wie noch nie. Die meisten Kläger kommen aus Syrien und Afghanistan. Das hat das Oberverwaltungsgericht Münster gestern mitgeteilt. mehr

Die NPD soll verhungern

Mal angenommen, die NPD wäre ein Ungeheuer und der Bundesrat der Ritter, der es bekämpft. Dann würde die gestrige Entscheidung bedeuten, dass er nicht mehr versucht, dem Ungeheuer den Kopf abzuschlagen, sondern ihm das Futter wegzunehmen. Das Ziel: Tod durch Verhungern. Nachdem ein Verbot gescheitert ist, wollen die Länder der Partei das Staatsgeld kappen. Es ist das Prinzip Versuch und Irrtum: Irgendwann wird es schon gelingen, die NPD zu zerstören. Von Henning Raschemehr

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