Henning Rasche
Journalistenschüler

Henning Rasche (her) ist Journalistenschüler der Rheinischen Post.

Im Jahr der Wiedervereinigung im vermeintlichen Kleinod des Ruhrgebiets in Dinslaken zur Welt gekommen, nahm Rasche 2009 nach dem Abitur das Studium der Jurisprudenz in Düsseldorf auf. Weil die große Liebe zu Eigentümerbesitzerverhältnissen oder Putativnotwehrexzessen ausblieb, konzentrierte er sich auf das herrliche Staatsrecht.

Parallel dazu begann er in einer Form von Selbsttherapie das Schreiben in der Redaktion Dinslaken der RP. Sein erster Text beschreibt, wie der Bürgermeister der Stadt auf einem Elektrofahrrad durch die Einkaufsstraße fährt.

Nach dem Umzug in die Landeshauptstadt und dem ersten Staatsexamen verschlug es ihn in die Düsseldorfer Lokalredaktion, in der er ein Jahr lang als Reporter arbeitete. Im Oktober 2015 begann Rasche mit der Journalistenschule der RP.

Rasche isst gern Kuchen, schaut gern Tatort, regt sich gern über Tatorte auf (außer über Borowski), liest gern ein echtes Buch, zieht das Theater dem Kino vor und versucht häufiger auf Kuchen zu verzichten, was sinnlos ist. Er interessiert sich für alles und deswegen schreibt er auch darüber.

Artikel dieses Autors
München

Weder Tonband noch frische Luft für NSU-Angeklagte

375 Verhandlungstage hat es gebraucht und eine ganze Menge Optimismus, nun war es tatsächlich so weit: Die Bundesanwaltschaft hat nach vier Jahren NSU-Prozess mit ihrem Plädoyer begonnen. Das ging auf den letzten Metern so schnell, dass Bundesanwalt Herbert Diemer selbst davon überrascht war. Als der Vorsitzende Richter am Oberlandesgericht München, Manfred Götzl, ihn bat, seine Vorwürfe gegen Beate Zschäpe und die vier weiteren Angeklagten des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) letztmals zu begründen, sagte Diemer: "Ich würde gern meine Notizen holen, die habe ich noch oben." mehr

Die Inklusion ist eine Schnecke

Günter Grass waren Utopien suspekt. Der Denker hinter dem Kanzler Willy Brandt war der Auffassung, dass es die Schnecke sei, die den Fortschritt symbolisiere. Die Schnecke kriecht so langsam, dass ihr wahrlich nichts Umstürzendes anhaftet. Als eine Utopie jüngerer Zeit darf die Inklusion gelten: Dass alle Schüler mit Förderbedarf eine Regelschule besuchen, wird so schnell nicht Realität werden. Das liegt daran, dass die Bundesländer dieses Vorhaben mit unterschiedlichem Verve vorantreiben. Man würde sich ein bisschen mehr Mut und Sinn zur Realität wünschen. Gewiss, Inklusion ist ein kompliziertes Feld, die Gemüter erhitzen sich hier schneller als an anderer Stelle. Bildungspolitik landet als Gesprächsstoff an den Küchentischen der meisten Familien. Schulkinder bringen Erfahrungen mit; sie wissen, wo es gut läuft und wo nicht. Die reine Inklusionsquote ist bloß ein politischer Motivationsindikator. Dieser belegt, welchen Stellenwert eine Regierung dem Thema beimisst. Gleichwohl geht es bei der Inklusion nicht um Geschwindigkeit. Sie muss sinnvoll und planvoll sein. Vor allem aber muss sie den betroffenen Schülern helfen. Die Inklusion ist eine Schnecke. Und das ist auch ganz gut so. Von Henning Raschemehr

Berlin

Verfassungsschutz bestätigt Hinweise zu G 20-Reportern

Der Verfassungsschutz hat Hinweise geliefert, die zum Entzug von Akkreditierungen von Journalisten beim G 20-Gipfel geführt haben. Das bestätigte ein Sprecher der Behörde. Es seien Erkenntnisse der Landesämter und des Bundesamtes an das Bundeskriminalamt (BKA) geflossen. Entschieden hätten Bundespresseamt und BKA. Wie Recherchen ergaben, haben die Behörden den Entzug als letztes Mittel zur Gefahrenabwehr betrachtet. Gegen 32 Journalisten sollen "gravierende Erkenntnisse" vorgelegen haben. Konkret geht es um politischen Extremismus. Das Verwaltungsgericht Hamburg bestätigte, dass zwei in Gewahrsam genommene Demonstranten, Klage eingereicht haben. Sie halten das Vorgehen der Polizei für rechtswidrig. mehr

Tödliche Raserei

Wer sich zu einem Wettrennen mit mehr als 200 PS starken Autos in einer Innenstadt verabredet, dem ist nicht zu helfen. Es ist zu begrüßen, dass der Bundesgerichtshof hart gegen Raser vorgeht und erneut ein scharfes Urteil gefällt hat. Dass Menschen bei illegalen Autorennen getötet werden, entspringt aus juristischer Sicht nicht dem Zufall, sondern dem Vorsatz. Wer ins Auto steigt und eine Fünfzigerzone mit dem Nürburgring verwechselt, der muss, nach allem, was bereits geschehen ist, mit dem Tod eines Menschen rechnen. Ja, er nimmt den Tod eines Menschen in Kauf. Opfer dieses Irrsinns kann jeder werden. Raser wollen vielleicht keine Toten, aber Raser töten. Das ist es, was zählt. Von Henning Raschemehr

Berlin

Polizei hätte Amri vor dem Attentat stoppen können

Die Versäumnisse der Behörden im Fall des IS-Terroristen Anis Amri sind größer als angenommen. Beamte des Berliner Landeskriminalamts (LKA) haben nach dem Bericht eines Sonderermittlers Akten manipuliert. Damit wollten sie wohl verheimlichen, dass es den Behörden möglich gewesen wäre, den Terroristen vor dessen Anschlag am 19. Dezember auf dem Breitscheidplatz in Berlin zu stoppen. Amri hatte einen Lastwagen gekapert und damit zwölf Menschen getötet und 70 verletzt. Italienische Polizisten erschossen ihn vier Tage später bei Mailand. mehr

Die wackelige Maas-Mission

Wer löscht wann welchen Hasskommentar? Eigentlich wollte Heiko Maas diese Fragen klären. Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz trägt nun nicht nur ein Ungetüm als Namen, sondern scheint auch eines zu werden. Die von den Politikern von Union und SPD eingearbeiteten Veränderungen sind vage, sie höhlen das ursprüngliche Vorhaben aus - und sie sind unverständlich. Von "regulierter Selbstregulierung" ist die Rede, und wer sich darunter wenig vorstellen kann, der sei willkommen in einem Kreis schulterzuckender Experten. Auf den letzten Metern der Legislaturperiode hat die Koalition mehrere Baustellen des Gesetzes aufgerissen und ein paar Steine verlegt. Ob die Maas-Mission auf verfassungsrechtlich sicherem Boden steht, ist ungewiss. Von Henning Raschemehr

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