Hückeswagen: Arbeitsmarkt: Die Talfahrt geht weiter
VON BRIGITTE NEUSCHÄFER - zuletzt aktualisiert: 26.02.2010Hückeswagen (RPO). Trotz erster positiver Nachrichten aus der heimischen Wirtschaft: Auf dem Arbeitsmarkt in der Stadt und der Region sind die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise noch nicht überwunden. Die übergeordnete Arbeitsagentur Bergisch Gladbach meldete gestern für den gesamten Bezirk (Landkreise Oberberg und Rhein-Berg und die Stadt Leverkusen) einen "moderaten Anstieg" der Arbeitslosigkeit im Februar bei "leichtem Zuwachs" des Stellenangebotes.
Hückeswagen noch in der Krise
Für Hückeswagen sieht die Situation konkret so aus: 582 Frauen und Männer aus der Stadt sind derzeit arbeitslos gemeldet. Das sind 27 mehr als Ende Januar, was einem prozentualen Anstieg um fast fünf Prozent innerhalb von nur einem Monat entspricht. Das Begriff "moderat" trifft da nicht zu. Im kreisweiten Durchschnitt stieg die Zahl der Arbeitslosen im Februar nämlich nur um drei Prozent.
Vor allem der Vergleich zu den Zahlen des Vorjahres macht aber deutlich, dass die Talfahrt im Zuge der Wirtschaftskrise in Hückeswagen steil war – und noch ist. Ende Februar 2009 waren nach den Statistiken rund 140 Hückeswagener weniger ohne Stelle als zurzeit. Der Zuwachs der Arbeitslosigkeit lag mithin im zurückliegenden Jahr bis heute bei satten 32 Prozent. Diese Quote ist deutlich höher als in allen anderen Städten und Gemeinden des Oberbergischen Kreises.
Das hängt allerdings auch damit zusammen, dass vor der Wirtschaftskrise die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Hückeswagener prozentual höher war als in anderen oberbergischen Kommunen. Das Thema Arbeitslosigkeit war bis 2008 in Hückeswagen – fast – keines.
Das änderte sich 2009 unter anderem mit der Ankündigung von Entlassungen größeren Ausmaßes beim zweitgrößten Arbeitgeber der Stadt, der Firma ixetic, die als Zulieferer zu 100 Prozent von der Automobilbranche abhängig ist. Auch kleinere mittelständische Unternehmen am Ort, darunter die Firma Pflitsch, entließen – in geringerem Umfang – Mitarbeiter. Inzwischen sieht's bei Pflitsch wieder besser aus; die Kurzarbeit wurde ausgesetzt (die BM berichtete).
Stellenmarkt gibt wenig her
Anders als im gesamten Arbeitsamtsbezirk war die Entwicklung auf dem örtlichen Stellenmarkt auch im Februar negativ. Aktuell sind bei der Arbeitsagentur 65 offene Stellen bei Hückeswagener Arbeitgebern gemeldet, elf weniger als Ende Januar. Von diesen 65 Stellen handelt es sich nur bei 21 Jobs um normale sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen.
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