Hückeswagen: Auf der Rangierlok zur Preisverleihung
zuletzt aktualisiert: 07.05.2009Hückeswagen (RPO). Es war ein großes Glück, dass Carola Lepping 1955 den renommierten Charles-Veillon-Preis in Zürich überhaupt entgegennehmen konnte. Durch den damaligen Ortspolizisten Kurt Lienenkämper quasi in letzter Minute von der hohen Ehre benachrichtigt – Telefon hatte zu dieser Zeit kaum jemand –, konnte die Volksschullehrerin noch in der Nacht vor der Verleihung auf einer Rangierlok der Bahn nach Köln mitfahren, wo sie den Express nach Zürich erreichte. Das Reisegeld streckte Rudolf Schäfer, der Rektor ihrer Schule, vor, gute Strümpfe borgte dessen Frau.
Das Preisgeld legte Carola Lepping in einer mehrmonatigen Studienreise nach Paris an. Eine Ausgabe, von der sie, wie sie im persönlichen Gespräch immer wieder betonte, stets profitiert habe.
Welchen Stellenwert dieser begehrte Literaturpreis hatte, zeigt die Liste weiterer Preisträger. Zu ihnen gehörten später auch so bekannte Autoren wie Johannes Bobrowski, Alfred Andersch, Heinrich Böll und Max Frisch. Damals hatte sich sogar Literatur-Nobelpreisträger Thomas Mann dafür eingesetzt, der jungen Frau aus dem Bergischen den Preis zuzusprechen.
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