Hückeswagen: Auf Streife in der Heimat
VON STEPHAN BÜLLESBACH - zuletzt aktualisiert: 16.09.2009Hückeswagen (RPO). Otto Jäger hat einen neuen Partner an der Seite: Andreas Roth ist seit dem 1. September neuer Bezirksbeamter und damit der Nachfolger von Wolfgang Huckenbeck. Gestern wurde der Polizeioberkommissar offiziell vorgestellt.
Auf sein geliebtes Motorrad muss Andreas Roth zukünftig verzichten. Zumindest im Berufsalltag. Ab jetzt ist der 45-Jährige, der lange Zeit als Motorradpolizist auf den Straßen des oberbergischen Nordens unterwegs war, hauptsächlich zu Fuß unterwegs. Doch diese Umstellung nimmt Roth gerne in Kauf für sein neues Tätigkeitsfeld. "Der Bezirksdienst hat ganz andere Aufgaben. Mich interessiert vor allem der Kontakt zu den Bürgern", betonte er gestern.
Nahtloser Übergang
Landrat Hagen Jobi, kraft seines Amtes auch Oberbergs Polizeichef, und Bürgermeister Uwe Ufer zeigten sich im Pressegespräch erleichtert darüber, dass die Stelle des zweiten Bezirksbeamten für Hückeswagen so zügig wieder besetzt werden konnte. "In manchen Städten gibt es ein Vakuum von bis zu anderthalb Jahren", stellte Jobi klar. Vor allem die Kindergärten und Schulen dürften sich über den nahtlosen Wechsel freuen, helfen die Bezirkspolizisten doch bei ganz profanen, dennoch wichtigen Dingen: So üben sie mit Kindergartenkindern etwa das sichere Überqueren der Straße und bereiten Grundschüler beim Radfahren auf den Straßenverkehr vor.
"Der Bezirksbeamte ist darüber hinaus das Bindeglied zwischen Bevölkerung und Polizei", unterstrich der Landrat. Mit Andreas Roth glaubt er, "den richtigen Mann für die Aufgabe in Hückeswagen gefunden" zu haben. Denn schließlich sei die Schloss-Stadt seit langem Roths Lebensmittelpunkt, er kenne daher die Sorgen und Nöte der Menschen hier. So sieht das auch der Bürgermeister: "Es ist gut für uns, dass hier ein Polizist tätig sein wird, der die Eigenarten der Hückeswagener kennt", meinte Ufer. Auch für ihn sind die Bezirksbeamten ein Bindeglied – nämlich zwischen Bevölkerung und Verwaltung. So konstatierte Ufer: "Die Zusammenarbeit mit der Polizei klappt seit Jahren reibungslos. Und das liegt auch an den Bezirksbeamten."
Jugendliche von der Straße holen
Daran will Roth mitarbeiten. "Ich möchte vermittelnd tätig sein und versuchen, schon viele Probleme im Vorfeld zu beseitigen", sagte er. Dabei kann ihm helfen, dass er lange in der Jugendarbeit des RSV 09 Hückeswagen tätig war. "Ich kenne also schon viele Kinder und sie kennen mich." Überhaupt will er solche Jugendliche ansprechen, die auf der Straße hängen. "Vielleicht kann ich sie dazu bringen, sich zum Beispiel in einem Verein einzubringen. Hauptsache, sie kommen von der Straße weg", machte der Wiehagener deutlich. Auch wolle er die Mitarbeiter des Ordnungsamts dabei unterstützen, das Alkoholverbot in der Innenstadt durchzusetzen. Und dafür braucht er das Motorrad nun wirklich nicht.
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