Hückeswagen: Bauhof wird zum Altenheim
VON STEPHAN BÜLLESBACH - zuletzt aktualisiert: 28.11.2006Hückeswagen (RPO). Ein Versorgungszentrum für Patienten mit Altersdemenz plant die Oberbergische Gesellschaft zur Hilfe für psychisch Behinderte (OGB) in Hückeswagen. Dafür will sie den Bauhof kaufen. Baubeginn soll 2007 sein.
Neben dem Johannesstift könnte die Schloss-Stadt im Sommer 2008 ein zweites Altenheim bekommen. Allerdings ein kleineres, dafür aber auch ein spezielleres. An der August-Lütgenau-Straße betreibt die OGB bereits den „Lindenhof“, eine Wohnstätte für suchtkranke Menschen. Nun will sie an der Peterstraße ein Versorgungszentrum für altersverwirrte Menschen einrichten. Konzipiert ist das Wohnheim für 14 Plätze. Mehr sind nicht möglich, weil das Konzept unter anderem vorsieht, dass jeder Patient jederzeit von ein und dem selben Mitarbeiter betreut wird (ausgenommen, Letzterer hat Urlauboder ist krank). Etwa neun Pfleger sollen in dem Versorgungszentrum arbeiten, wie OGB-Geschäftsführer Klaus Jöllenbeck gestern auf BM-Anfrage mitteilte.
Die OGB
Gegründer 1978 Mitglieder etwa 120 Wohnheim acht in Oberberg (darunter der „Lindenhof“ in Hückeswagen), eins im Rhein-Sieg-Kreis
Kontaktzentren vier (drei in Gummersbach, eins in Wipperfürth)
Verwaltungssitz Gummersbach
Ein Charakteristikum des Konzepts ist, dass ein Aufenthalt der altersdementen Patienten sowohl stationär als auch ambulant möglich ist. So könnte eine Pflegerin einen altersverwirrten Patienten in der Region zu Hause betreuen. „Wenn dann die Angehörigen sagen, sie schaffen die Pflege nicht mehr, kann er auch tagsüber in das Versorgungszentrum kommen“, erläutert der Diplom-Sozialarbeiter. Dort bekomme er zu essen und werde von der gleichen Mitarbeiterin betreut. Sollte sich die Altersdemenz verschlimmern, kann der Patient auch in dem Heim wohnen. „Auch dann hat er immer die gleiche Bezugsperson“, betont der OGB-Geschäftsführer.
Das rund 900 Quadratmeter große Wohnheim soll „anheimelnd“ sein (Jöllenbeck) und eine gemütliche Atmosphäre ausstrahlen. Die Zimmer der Patienten sind jeweils 20 Quadratmeter groß und haben ein separates Bad. Der Alltag der Patienten wird sich in dem Versorgungszentrum kaum von dem unterscheiden, den sie von zu Hause gewöhnt sind. Und so wird sich die Betreuung auch größtenteils um alltägliche Dinge drehen wie kochen, einkaufen oder zum Frisör gehen. Da das Bauhof-Gebäude nahe am Stadtkern entfernt ist, „braucht man keinen Riesenausflug etwa für einen Einkaufsbummel zu machen“, betont Jöllenbeck.
Das Konzept des Versorgungszentrums sei einzigartig. „Es gibt ähnliche Konzepte, denen fehlt aber ein Baustein“, so der OGB-Geschäftsführer. Entweder seien sie größer oder sie unterhalten keinen ambulanten Dienst oder bekommen das Essen von einem Caterer geliefert. 1,2 Millionen will sich die OGB das Projekt kosten lassen. Mit dem Umbau von Altbauten kenne man sich aus, versichert ihr Chef. „Der ,Lindenhof’ war das erste Gebäude, das wir umgebaut haben“, sagt Jöllenbeck. Nun hofft er, dass der Kaufvertrag noch in diesem Jahr unterschrieben werden kann.
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