Hückeswagen: „Die ,Liste’ funktioniert“
VON STEPHAN BÜLLESBACH - zuletzt aktualisiert: 04.05.2007Hückeswagen (RPO). Ein zufriedenes, fast schon euphorisches Resümee zogen jetzt SPD, FDP, UWG und Grüne zur Halbzeitbilanz ihrer Listenverbindung. Fazit: Die Zusammenarbeit funktioniere trotz mancher Unterschiede sehr gut.
Keine Frage: Die CDU ist der „Hauptgegner“. Die Vertreter von SPD (Jürgen Quass), FDP (Jörg von Polheim), UWG (Dieter Klewinghaus) und Grünen (Egbert Sabelek) lassen kein gutes Haar an der Union. Quass ist dabei der Triumph anzumerken, dass die „Liste“ aus den vier eigentlich völlig unterschiedlichen politischen Partnern nicht nur die absolute Mehrheit des Konkurrenten geknackt und mit Uwe Ufer ihren Bürgermeister-Kandidaten durchgesetzt hat, sondern: „Unsere starke Listenverbindung funktioniert bis heute.“
Quass glaubt, „dass die Ratsarbeit nach der Wahl wesentlich besser voran gekommen ist“. Zudem seien in den politischen Gremien wieder „demokratische Sachdiskussionen“ möglich. Auch dass die CDU nun den Bürgermeister umwerbe, erfüllt ihn mit Genugtuung: „Anfangs der Legislaturperiode hat sie versucht, die Verwaltungsvorlagen und den Bürgermeister zu torpedieren. Doch sie konnte sich nicht durchsetzen. Nun versucht sie anscheinend umzuschwenken.“
Etwa alle zwei Monate treffen sich die unterschiedlichen Partner zu Arbeitstreffen. „Die Bilanz kann sich sehen lassen; wir haben sehr erfolgreich zusammengearbeitet“, resümiert Quass. Auch wenn so mancher mitunter über seinen Schatten springen musste, wie er zugeben muss. Die „Liste“ habe etwa den Bebauungsplan „Weierbachblick“ durchgesetzt, meint Jörg von Polheim. „Wenn’s nach der CDU gegangen wäre, würde dort noch kein Bagger arbeiten.“ Auch für die Verlegung des Wochenmarkts ins Island und die „schnelle und einfache Gründung“ der Stadtentwicklungsgesellschaft (HEG) seien die vier Partner verantwortlich.
Dieter Klewinghaus sieht die Zusammenarbeit der Vier für seine UWG pragmatisch: „Wir können als kleine Partei endlich wieder Politik mitgestalten.“ Als richtungsweisend für die „Liste“ nennt er die Einführung des Neuen Kommunalen Finanzmanagements (NKF) und die Verkehrsplanung. „Es ist jetzt wichtig, dass die äußere Ortsumgehung realisiert wird“, unterstreicht er. Für die Stadtstraße könne man neu planen, wenn die Auswirkungen der äußeren Ortsumgehung auf den Innenstadtverkehr bekannt seien.
Hauptpunkt der positiven Zusammenarbeit für Egbert Sabelek ist das Zukunftskonzept fürs Freizeitbad. „Hätte die CDU das Sagen, gingen da die Lichter aus“, behauptet der Grüne.
Lob für das Quartett gibt’s auch von Uwe Ufer. „Das waren nie Parteiveranstaltungen, sondern hier wurde immer in Lösungen gedacht“, versichert der Bürgermeister. Die Stadtinteressen stünden immer vor denen der Parteipolitik.
Ufer macht der von den „Listen“-Parteien arg gescholtenen CDU jedoch ein Angebot: „Sie ist eingeladen, bei den Treffen mitzuarbeiten.“ Sein Ziel sei ohnehin immer nur eine „Liste“ gewesen. Quass, von Polheim, Klewinghaus und Sabelek nicken zustimmend. Eine versöhnliche Geste in Richtung „Hauptgegner“.
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