Hückeswagen: Berg unter Denkmalschutz
VON BRIGITTE NEUSCHÄFER - zuletzt aktualisiert: 21.11.2007Hückeswagen (RPO). Einstimmig hat der Bauausschuss gestern Abend beschlossen, den Schlosshagen mitsamt dem Rosengarten in die Denkmalliste aufzunehmen. Das Schloss selbst ist schon lange eingetragenes Baudenkmal.
Die Diskussion war vergleichsweise kurz, Widerspruch wurde nicht laut: Einmütig folgten die Politiker im Bauausschuss dem Vorschlag der Verwaltung, Schlosshagen und Rosengarten unter Schutz zu stellen. Ausschlaggebend war dafür vor allem ein ganz pragmatischer Hintergrund: Die Eintragung in die Denkmalliste ist zwingende Voraussetzung dafür, beim Land Fördermittel aus der Denkmalpflege zu beantragen. Und Geld braucht die Stadt für die geplante Neugestaltung des Schlosshagens. „Eine Neugestaltung orientiert am historischen Vorbild“, wie Bauamtsleiter Andreas Schröder unterstrich.
Dass die Obere Denkmalbehörde die Stadt bei ihren Gestaltungsplänen in ein zu enges Korsett zwängen könnte, wenn der Berg erst unter Schutz gestellt ist, befürchtet Schröder jedenfalls nicht. Und so sieht es auch Bürgermeister Uwe Ufer: „Es ist ja nicht so, dass der Urwald, so wie er sich heute darstellt, komplett geschützt ist“, betonte er. Im Klartext: Es wird auch künftig möglich sein, nicht nur das Unterholz zu lichten, sondern auch größere Bäume zu fällen. Es gehe aber niemandem darum, „den Berg kahl zu machen“, versicherte Schröder.
Das Schloss inszenieren
Er zitierte aus der gutachterlichen Stellungnahme des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege. Darin heißt es unter anderem: „Mit Hilfe dieses Waldparks und seiner Sichtachsen wurde das Schloss auf seinem ,Sockel’, dem Schlossberg inszeniert.“ Das geschah Anfang der 1930er Jahre. Andreas Schröder: „Genau das ist es ja, was auch wir mit der Neugestaltung erreichen wollen – das Schloss inszenieren und Sichtachsen wieder herstellen.“
Karl Reiner Illgen, der Denkmal-Sachverständige der Stadt und Vorsitzende des Bergischen Geschichtsvereins, begrüßte die Aufnahme des Schlosshagens in die Denkmalliste gestern ausdrücklich. „Ich halte sie für zwingend“, sagte er. Der Hagen sei untrennbar mit der alten Burganlage und dem Schloss heute verbunden. Interessante Details aus der Historie fügte Illgen noch hinzu: Wo heute der Rosengarten ist, war früher der Zwinger der Burg. Und einen Gemüsegarten gab es auch: im Innenhof des Schlosses.
Der Berg als „grüne Lunge“
Illgen hob daneben auch die Bedeutung des Schlossbergs heute hervor. Er sei als eine Art Stadtgarten die „grüne Lunge“ im durch Autoabgase hoch belasteten Zentrum. Auch das sei zu bedenken, wenn wieder einmal über das Fällen alter Bäume zwischen Schloss und Bundesstraße nachgedacht werde.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



