Hückeswagen: Blauzungenkrankheit: Rind wurde getötet
zuletzt aktualisiert: 15.06.2007Hückeswagen (RPO). „Das ist ein komplizierter Sachverhalt.“ So beschrieb gestern Dezernent Dr. Christian Dickschen, beim Oberbergischen Kreis unter anderem zuständig für das Veterinäramt, die Diskrepanz zwischen den Aussagen der Pressesprecher des Kreises und des Bundeslandwirtschaftsministeriums im Fall der Blauzungenkrankheit bei einem Rind auf einem Hückeswagener Hof vom Tag zuvor. Während Reinhard Schneider vom Kreis nur von einem „Verdachtsfall“ gesprochen hatte, war für Tanja Thiele vom Ministerium der Fall klar: Das Rind hat die Seuche.
Dickschen klärte gestern auf Anfrage die Verwirrung auf: „Es gibt vier unterschiedliche Untersuchungsmethoden, um endgültig feststellen zu können, ob ein Tier an der Seuche erkrankt ist.“ Drei davon, unter anderem ein Blut- und ein DNA-Test, seien positiv ausgegangen – das Rind hat die Blauzungenkrankheit. Das vierte Ergebnis kam aber zu einem negativen Befund. „Um ganz sicher zu gehen, braucht man eigentlich ein positives viertes Ergebnis“, so Dickschen. Doch Berlin sei erfahrungsgemäß mit Brüssel sehr vorsichtig. Denn die EU fordere schnelle Maßnahmen bei solchen Fällen. Und daher hätte dem Ministerium offenbar schon drei positive Untersuchungsergebnisse gereicht, um den Fall öffentlich zu machen.
Um sicher zu gehen, ob bei dem betroffenen Rind tatsächlich die Blauzungenkrankheit ausgebrochen war, wurde das Tier laut Dickschen getötet. Proben sind nun auf dem Weg zum Friedrich-Löffler-Institut auf der Insel Riems bei Rügen, damit dort ein pathologischer Befund angefertigt werden kann.
Schutzmaßnahmen hat der Kreis jedoch noch keine ergriffen. So ist nach Auskunft des Dezernenten weder der betroffene Hückeswagener Hof gesperrt, noch wurde ein Transportverbot von Rindern und Schafen – diese beiden Tierarten können an der Seuche erkranken – ausgesprochen. Doch die Kreisverwaltung bleibt nicht untätig: „Wir nehmen auch weiterhin auf den so genannten Beobachtungsbetrieben im gesamten Kreisgebiet regelmäßig Kontrollen vor“, versicherte Dickschen. Dort ist bislang noch kein (weiterer) Fall von Blauzungenkrankheit bekannt geworden.
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