Hückeswagen: Dachdecker im Dauereinsatz
VON HEIKE KARSTEN - zuletzt aktualisiert: 10.02.2010Hückeswagen (RPO). Abgeknickte Kaminrohre, abgerissene Schneefangsysteme und beschädigte Dachpfannen: Die Dachdecker sind derzeit im Dauereinsatz, um Schäden, die durch Schnee und Eis entstanden sind, zu beheben.
Dach-Räumung
Der deutsche Dachdeckerverband weist darauf hin, dass keine pauschale Aussage getroffen werden könne, ab welcher Schneehöhe auf dem Dach geräumt werden muss. Grundsätzlich seien eher Flachdächer oder flach geneigte Dächer zu räumen. Der Hauseigentümer sollte im Fall der Räumung des Schnees den Räumenden über eventuell vorhandene Einbauteile, wie Lichtkuppeln, Dachflächenfenster usw. oder über bereits vorhandene Schäden am Dach informieren.
Das schneereiche Winterwetter der zurückliegenden Wochen hält die örtlichen Dachdecker weiterhin in Atem. "Wir haben keine Lust mehr zu schippen", sagt Dachdeckermeister Marcus Redetzky. Bis in die Abendstunden hinein mussten er und seine Angestellten kürzlich das Dach einer Firma in Stahlschmidtsbrücke freischaufeln. "Die Feuerwehr war zwar auch vor Ort, traute sich aber wegen nachrutschender Schneemassen nicht auf das Dach", sagt Redetzky.
Lücken bei der Versicherung
Kommt der Schnee auf den Dächern erst einmal ins Rutschen, verdichtet er sich zu einer tonnenschweren Last. Am häufigsten betroffen sind die Schneefangsysteme an Gebäuden. Die Gitter oder auch Holzbalken werden vom Gewicht des Schnees abgerissen. Ebenfalls gefährdet sind außen liegende Kaminrohre und die Dachentlüftungen. Was Redetzky dabei besonders aufgefallen ist: "Von 40 Betroffenen hatte gerade mal einer eine Elementarversicherung abgeschlossen, die auch für Schneebruch-Schäden aufkommt."
Ständig im Einsatz ist derzeit auch Dachdecker Helmut Schütte. Zusammen mit seinen Mitarbeitern hat er die Flachdächer des neuen katholischen Gemeindehauses an der Weierbachstraße und von Kindergärten der Katholischen Kirchengemeinde von Schneelasten befreit. "Es besteht aber kein Grund zur Panik", versichert Helmut Schütte. Nur Dächer mit sehr großer Spannweite oder Holzkonstruktionen könnten problematisch werden.
Garagendächer mit meist kleiner Fläche und geneigte Dächer hielten dagegen im Allgemeinen die Schneelasten gut aus. "Bei Tauwetter kommen meist erst die Schäden zutage, die vorher durch den Schnee entstanden sind", sagt Dachdecker Schütte. In den nächsten Tagen wird's allerdings nichts mit Tauwetter, die Temperaturen sollen laut Wetterbericht erst einmal im Minusbereich bleiben.
Schon jetzt steht aber fest: Mit abgerissenen Lüftern und Schneefanggitten sind oft auch Dachziegel beschädigt oder heraus gerissen worden. Zugefrorene Dachrinnen können außerdem für feuchte Wände und Decken sorgen. "Wenn Tauwasser nicht ablaufen kann und sich staut, läuft das Wasser zum Teil an den Hauswänden entlang." Überstunden musste der Meisterbetrieb wegen witterungsbedingter Schäden bisher noch nicht einlegen. "Wir haben noch alle Einsätze im Hellen geschafft", sagt Schütte.
Auch Installateure einsatzbereit
Standardmäßig viel zu tun haben in Wintermonaten die Installateure. "Wir hatten durch den Schneefall der zurückliegenden Wochen aber noch keine außergewöhnlichen Einsätze", heißt es aus der Firma Kurtz und Paffrath. Das bestätigt auch Installateur Marc Hollfelder: "Viel zu tun hatten wir vor allem bei den hohen Minustemperaturen kurz vor Weihnachten. Da gab es einige aufgeplatzte Wasserleitungen, die repariert werden mussten." Ob die nächsten derartigen Schänden schon mit den derzeit wieder eisigen Temperaturen kommen, bleibt abzuwarten.
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