Hückeswagen: Der Rückkehrer
zuletzt aktualisiert: 10.07.2008Hückeswagen (RPO). Interview Nachdem Weltmeisterin Sandra Kiriasis aufgrund ihres Unfalls beim Geschwindigkeits- Weltrekordversuch nicht beim Sommer-Bobrennen starten wird, ist Christoph Langen der Star der Veranstaltung.
Hallo Herr Langen. Haben Sie Ihr Navi schon auf Hückeswagen programmiert?
Langen (lacht) Noch nicht.
Als gebürtiger Kölner müssten Sie eigentlich auch so wissen, wo die Schloss-Stadt liegt, oder?
Langen So genau weiß ich nicht, wo Hückeswagen liegt. (lacht wieder) Aber das muss schon da oben herum schwirren.
Sie haben vor viereinhalb Jahren Ihre Karriere beendet. Warum setzen Sie sich jetzt wieder in den Bob?
Langen Das ist kein Karriere-Comeback. Natürlich ist das am Wochenende ein Wettkampf, aber doch mehr Spaß an der Freud’.
Aber gewinnen wollen Sie, wenn’s geht, doch schon, oder?
Langen Natürlich. Aber wenn’s nicht klappen sollte, bricht keine Welt zusammen. Das war früher zu meiner aktiven Zeit schon etwas anders. Da ging’s zum Beispiel um die Sportförderung. Wenn ich jetzt verlieren sollte, ärgert’s mich. (lacht) Aber danach trink’ ich mit den anderen ein Bier, und dann ist’s gut.
Seit wann und wie haben Sie sich auf das Sommer-Bobrennen vorbereitet?
Langen Eigentlich gar nicht. Ich bin normal im Training.
Das bedeutet. . .
Langen Ich trainiere ab und zu mit einem Juniorenteam, fahre Mountainbike, jogge, mache Langlauf oder schiebe auch mal einen Bob an. Eben alles das, was Spaß macht. Ich bin nur noch Hobbysportler.
Wie hat denn Ihre Familie darauf reagiert, dass Sie wieder an den Lenkseilen sitzen wollen?
Langen (lacht) Da müssen Sie schon meine Eltern fragen; die wissen von nichts. Ich bin nicht verheiratet. Aber vielleicht lerne ich ja am Wochenende eine Nette kennen. . .
Wie hoch schätzen Sie die Gefahr ein, einen Bob über Asphalt statt über Eis zu steuern?
Langen Die ist eher gering. Sven Schreiber und René Spies haben das alles getestet, und zudem sind die Geschwindigkeiten ja nicht so hoch wie im Winter.
Und wie sehen Sie die Sicherheit der Zuschauern?
Langen Wenn sie konzentriert die Bobs beobachten, dann wird nichts passieren.
Apropos Sicherheit: Eigentlich waren Sie für den Versuch, den Geschwindigkleitsweltrekord zu knacken, vorgesehen. Weil Sie aus dienstlichen Gründen absagen mussten, ist Sandra Kiriasis eingesprungen – und hatte einen Unfall. Sind Sie im Nachhinein froh, nicht gefahren zu sein?
Langen Nein, wieso?
Das hört sich so an, als würden Sie doch gerne mal in einen Hochgeschwindigkeits-Bob klettern.
Langen Ich hab’ Sven Schreiber schon gesagt, so 200 Stundenkilometer wären doch mal ein Spaß.
Das heißt, Sie würden tatsächlich gerne einen neuen Weltrekord aufstellen wollen?
Langen Ja, auf jeden Fall.
Wo werden Sie am Wochenende übernachten?
Langen Das weiß ich noch nicht.
. . .und wird man Sie auch bei den Abendveranstaltungen im Zelt sehen?
Langen (lacht) Das ist anders als früher bei den Rennen im Winter: Jetzt kann man auch Party machen. Ich werde bestimmt im Zelt sein.
Sind sie schon nervös angesichts der Weltpremiere am Wochenende?
Langen Noch nicht.
. . .und wann kommt das Kribbeln?
Langen Bei der Anreise.
Wann werden Sie das Bergische ansteuern?
Langen Ich denke, ich werde am Donnerstagabend anreisen.
Herr Langen, vielen Dank für das Gespräch und viel Spaß beim Programmieren des Navis.
Langen (lacht) Ja, danke!
Stephan Büllesbach führte das Gespräch.
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