Hückeswagen: Die Gräfin ist nicht zimperlich
zuletzt aktualisiert: 10.10.2009Hückeswagen (RPO). Die ersten Fröste drohen noch in diesem Monat – spätestens ab Severin (23. Oktober) wird es auch im Bergischen ernst damit. Die dazu passende Bauernweisheit lautet: Wenn's St. Severin gefällt, bringt er mit die erste Kält'! Aber keine Panik, es muss deshalb jetzt nicht Hals über Kopf alles Blühende aus dem Garten oder vom Balkon verbannt werden.
Um die Pflanzen zu schützen, reicht im frühen Herbst meist schon eine feuchte Zeitung, die wärmend über die Wurzeln gelegt wird. Denn erst in etwa drei Wochenkommen die stärkeren Frostperioden. Dann sollte das letzte Gemüse allerdings geerntet sein. Bis auf den Grünkohl natürlich. Der braucht richtig kräftigen Nachtfrost, bevor er genießbar wird. Denn erst die Kälte lässt den Zuckergehalt im Blatt des Grünkohls steigen.
Und auch die späten Kartoffel-Sorten reifen noch bis Ende Oktober. Nicht umsonst hießen die Herbstferien früher Kartoffelferien. Fürs Auflesen beim Bauern gab's Kartoffeln zum Einlagern und ein paar Mark.
Wer Obst lagern möchte, muss es unbedingt am Baum gut ausreifen lassen. Deshalb sollten entsprechende Sorten nicht vor Monatsmitte gepflückt werden. Wird das Winterobst nämlich zu früh gepflückt, schrumpfen die Früchte während der Lagerung, und das Aroma geht verloren. Leichte Bodenfröste schaden den Früchten an den Bäumen nicht. Ab Mitte Oktober werden Winteräpfel wie "Boskoop", "Gravensteiner", oder "James Grieve" pflückreif, ebenso die Birnensorten "Alexander Lucas", oder "Winterforelle". Die Ernte der nicht so zimperlichen "Gräfin von Paris" kann bis Ende Oktober verschoben werden.
Für die Obst-Lagerung wird ein dunkler, kühler Raum benötigt – sechs bis acht Grad sind ideal.
hdt
Fragen zum Thema Garten beantwortet Gartenbauingenieurin Regina Hildebrandt unter
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