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Hückeswagen: Die "Strippenzieherin"

VON NORBERT BANGERT - zuletzt aktualisiert: 26.02.2010

Hückeswagen (RPO). Friedhilt Busche (55) beginnt zum 1. April ihre Arbeit als hauptamtliche Koordinatorin in der Hospizgruppe Hückeswagen. Die Freude bei der Mitgliederversammlung war groß – die Erwartungen sind es auch.

Friedhilt Busche koordiniert künftig die Einsätze der ehrenamtlich tätigen Hospiz-Begleiterinnen in Hückeswagen, Foto: RPO

Der 1. April ist für die Hospizgruppe Hückeswagen ein wichtiges Datum: Die beiden ehrenamtlich tätigen Koordinatorinnen Liesel Mersmann und Sieglinde Paffrath werden durch eine hauptamtliche Kraft ablöst. "Die Neue" ist Friedhilt Busche aus Wermelskirchen. Am Mittwoch stellte sie sich im Johannesstift den Mitgliedern des Vereins vor.

Es geht um Lebensfreude

Friedhilt Busche war bislang als Koordinatorin im ambulanten Hospizdienst Bedburg-Bergheim beschäftigt. "Ich mache das nicht, weil ich eine Vorliebe fürs Sterben habe, sondern weil es um Lebensfreude geht", sagt die Theologin. Damit spricht sie das Selbstverständnis der Hospizbewegung an. Sie will Menschen in ihrer letzten Lebensphase begleiten und ihnen das Gefühl von Menschenwürde und Geborgenheit vermitteln.

Info

Der Steckbrief

Geboren 28. April 1954 in Stade an der Elbe

Studium an der Universität Erlangen, evangelische Theologie

Pfarrerin von 1982 bis 1990 bei einer baptistischen Gemeinde in Kassel

Wechsel nach Bremen im Jahr 1990, bis 2007 Gemeindearbeit und Seelsorge

Beginn der Hospizarbeit 2004

Von der Hospizarbeit in Hückeswagen ist die Mutter von drei erwachsenen Töchtern sehr angetan: "Ich bewundere die Professionalität, mit der die ehrenamtlich tätigen Kräfte hier arbeiten", sagt die Seelsorgerin. Der stellvertretende Vorsitzende Gerhard Welp gab das Kompliment am Mittwoch an Busche zurück: "Wir sind von ihr überzeugt. Sie hat alle Qualifikationen." Trotz der gegenseitigen Wertschätzung wird sich in Zukunft in den Strukturen und der Arbeitsweise einiges ändern. So wird die Hospizgruppe, die der Internationalen Gesellschaft für Sterbebegleitung und Lebensbeistand (IGSL) in Bingen angehört, erheblich höhere finanzielle Aufwendungen haben. "Wir müssen Frau Busche ein Gehalt zahlen und sind daher auf entsprechende Einnahmen angewiesen", sagt Welp. Wie lange Friedhilt Busche die Stelle inne haben wird, ist noch ungewiss: "Ich will mit diesem Wechsel eine gewisse Kontinuität in mein Leben bekommen. Aber wenn jemand ruft, kann ich nichts garantieren", sagte sie.

Aufgewachsen ist die heute 55-Jährige in Stade an der Elbe. In Erlangen studierte sie evangelische Theologie, um dann zu den Baptisten nach Bremen zu gehen. Erste Erfahrungen in der Hospizarbeit sammelte sie 2004, ebenfalls in der Hansestadt, als Hospiz-Begleiterin. 2006 half sie beim Aufbau eines Kinderhospizes in Bremen. "Dieses zweijährige Projekt war ein sehr intensives Erlebnis", blickt Busche zurück. Im Dezember 2007 zog sie mit Familie ins Rheinland um. Ihr Ehemann ist Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in Wermelskirchen.

Quelle: RP

 
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