Hückeswagen: Dunkle Wolken am Arbeitsmarkt-Himmel
VON STEPHAN BÜLLESBACH - zuletzt aktualisiert: 02.09.2009Hückeswagen (RPO). Viele Experten sehen bereits einen Silberstreif am Konjunktur-Horizont. Das scheinen die gestern veröffentlichten Arbeitslosen-Zahlen für den Bereich der Arbeitsagentur Bergisch Gladbach zu bestätigen.
Denn zumindest im Rheinisch-Bergischen Kreis und in Leverkusen ging im August die Arbeitslosigkeit zurück. Im Oberbergischen dagegen, speziell im Nordkreis mit Hückeswagen, wird der Konjunkturhimmel noch von dunklen Wolken verdeckt. Denn in der Region wurden im Vormonat sogar mehr Arbeitslose registriert als im Juli. Den höchsten Anstieg (2,2 Prozent) verzeichnete ausgerechnet die Schloss-Stadt.
"Angedeutete leichte Erholungstendenzen in der Wirtschaft (...) sind in den aktuellen hiesigen Arbeitsmarktdaten nicht erkennbar", heißt es im Arbeitsmarktbericht. Dieser Rückgang der Arbeitslosenzahlen im August im Gesamtbezirk sei eher jahreszeitüblich. Dazu komme die Zurückhaltung der Unternehmen, neue Arbeitskräfte einzustellen, was von der Arbeitsagentur als "noch vorsichtige Personalpolitik" bezeichnet wird.
28 527 Männer und Frauen waren in den beiden bergischen Kreisen und Leverkusen im August arbeitslos gemeldet – 330 weniger als noch im Juli, aber 2762 mehr als im August 2008. Die Quote bleibt mit 7,8 Prozent gleich, ein Jahr zuvor hatte sie jedoch bei lediglich 7,1 Prozent gelegen. Stefan Krause, der Vorsitzende der Geschäftsführung der übergeordneten Arbeitsagentur, kommentiert die aktuelle Entwicklung so: "Die Betriebe versuchen in schwierigen Zeiten ihre Stammbelegschaften zu halten." Sie trennten sich dagegen eher von Zeitarbeitern und anderen befristet Beschäftigten. "So kommt es auch vor, dass Betriebe selbst gute Ausbildungsabsolventen leider nicht übernehmen", bedauert er.
In Oberberg stieg die Zahl der Arbeitslosen im Vormonat um 110 auf 11 375 (7,9 Prozent). Den Grund dafür sieht die Arbeitsagentur "im vergleichsweise hohen Anteil von Betrieben, die direkt oder indirekt von der Entwicklung der Automobilindustrie abhängen". Davon blieb auch das Städtedreieck Wipperfürth, Hückeswagen, Radevormwald nicht verschont. So waren allein in der Schloss-Stadt im August 550 Männer und Frauen ohne Job – zwölf mehr als im Juli. Gegenüber August vorigen Jahres war die Zahl der Arbeitslose sogar um 167 gestiegen. Die Arbeitslosenquote beträgt nun 7,3 Prozent nach 7,2 im Juli und "nur" 5,5 im Vorjahr.
Beste Chancen, im Nordkreis einen neuen Job zu bekommen, haben derzeit Altenpfleger, Landschaftsgärtner, Elektroinstallateure, Maler und Lackierer sowie flexible Hilfskräfte. Auch in der Systemgastronomie sieht die Arbeitsagentur gute Einstellungschancen.
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