Hückeswagen: Einzug rückt endlich näher
VON STEPHAN BÜLLESBACH - zuletzt aktualisiert: 09.02.2012Hückeswagen (RP). Die Serie von Pleiten, Pech und Pannen ist für Holger Lubomierski weitergegangen. Der 50-Jährige von Posthäuschen kann wohl erst Ostern in sein Haus einziehen, das er nach dem Brand im Herbst 2009 neu gebaut hat.
So schnell lässt sich Holger Lubomierski nicht aus der Ruhe bringen. Während andere Häuslebauer mit Blick auf die Schwierigkeiten mit Kreisbauamt, Baufirmen und Handwerkern wohl längst aus der Haut gefahren wären, bleibt der 50-Jährige ruhig. Im Sommer sah es so aus, als würden er und seine Mutter im November in das neue Haus in Posthäuschen einziehen können. Doch die Rohbaufirma erschien plötzlich nicht mehr. Dann starb Ende August Irmgard Lubomierski im Alter von 76 Jahren. Sie hatte das Eigenheim nur im Rohbau-Zustand sehen können.
Im Oktober 2009 hatten sich Mutter und Sohn in letzter Sekunde aus ihrem brennenden Fachwerkhaus in Posthäuschen retten können, nachdem im Obergeschoss aufgrund eines Defekts in der Elektrik Feuer ausgebrochen war. Umgehend versuchte Holger Lubomierski, ein neues Haus zu bauen. Doch die Genehmigung für den Neubau im Außenbereich durch das Kreisbauamt gestaltete sich schwierig. Letztlich einigten sich beide Parteien, so dass im April 2011 mit dem Neubau begonnen werden konnte.
Lubomierskis Tiere
Der Irisch Setter "Abu" hat bereits seinen Platz in der (noch nicht fertig gestellten) Küche des Neubaus eingenommen. Zwei junge Katzen (Maine Coon und Norwegische Waldkatze) leben derzeit noch in der angemieteten Wohnung in der Innenstadt und werden in Kürze in das Haus einziehen. "Juana" und "Eragon" hatte Holger Lubomierski Anfang 2010 von einer Züchterin für seine Mutter gekauft, da zwei Katzen bei dem Brand im Oktober 2009 verendet waren. Auf dem Grundstück leben noch drei weitere Katzen, die das Unglück überlebt haben.
Anfangs schien für den kaufmännischen Angestellten der Remscheider Serviceniederlassung von MAN Truck & Bus Deutschland alles glatt zu laufen. Doch dann kam die Rohbaufirma von einem auf den anderen Tag nicht mehr wieder; hinterlassen hatte sie einen halbfertigen Keller. Bis ein neues Unternehmen gefunden war, vergingen wieder mehrere Monate. Immerhin: "Die neue Firma hat den Rohbau innerhalb von wenigen Tagen hochgezogen", berichtet Lubomierski.
Dann ging's an den Innenausbau – auch der lief sehr schleppend. "Es ist eben schwierig, alle Handwerker unter einen Hut zu bekommen", sagt der 50-Jährige. Vor allem dann, wenn sie aus verschiedenen Teilen Deutschlands kommen; manche Firmen reisten aus Thüringen oder Bayern an. An Handwerker aus der Region hatte Lubiomierskis Generalunternehmer keine Aufträge erteilt.
Der Hückeswagener wohnt zurzeit noch in der angemieteten Wohnung in der Innenstadt, wo seine Mutter zuletzt lebte, und in seinem Wohnwagen auf seinem Grundstück. Lubomierski geht aber vorsichtig davon aus, dass das alles um Ostern herum ein Ende haben wird. "Ich hoffe, dass ich dann endlich einziehen kann."
Die Voraussetzungen dafür sind gut: Die Heizungsanlage ist eingebaut, und rechtzeitig vor dem Frost hatte Lubomierski die Außenabdichtung fertig stellen und die Drainage verlegen können. Zurzeit werden Steckdosen und Lichtschalter eingebaut, nächste Woche kommen die Sanitärfachleute und die Fliesenleger. Außerdem lagern im Wohnzimmer, das für seine Mutter vorgesehen war, unter Plastikplanen bereits die ersten neuen Möbel. "Ich habe einige anstrengende Jahre hinter mir", sagt der 50-Jährige. "Aber jetzt sehe ich Licht am Ende des Tunnels."
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