Hückeswagen: Entsorger neu, Gebühr sinkt
VON STEPHAN BÜLLESBACH - zuletzt aktualisiert: 12.05.2007Hückeswagen (RPO). Neuer Müllentsorger für Hückeswagen: Ab dem 1. Januar 2008 wird die Pro Welt Umweltdienst GmbH den Abfall abfahren. Und das zu deutlich günstigeren Konditionen. Die Müllgebühr wird daher voraussichtlich sinken.
„Das ist ein sensationelles Ergebnis!“ Bürgermeister Uwe Ufer zeigte sich zufrieden, als er gestern zusammen mit der Geschäftsführerin des Bergischen Abfallwirtschaftsverbands (BAV), Monika Lichtinghagen-Wirths, und Abfallberater Christoph Rösgen in einem Pressegespräch das Ergebnis der Ausschreibung vorstellte. Die war notwendig geworden, weil zum Jahresende der Vertrag mit der Iserlohner Lobbe Entsorgungs GmbH als Müllentsorger ausläuft. Das Ergebnis hat für die Hückeswagener drei gravierende Folgen: Nr. 1 – die Engelskirchener Pro Welt Umweltdienst GmbH wird ab dem 1. Januar für sieben Jahre den Müll entsorgen, Nr. 2 – es wird neue Tonnen geben, Nr. 3 – aufgrund der um 40 Prozent günstigeren Abfuhrkonditionen rechnet das Trio damit, dass die Müllgebühren um voraussichtlich etwa 20 Prozent sinken werden.
18 Firmen hatten die Unterlagen angefordert, sechs von ihnen reichten im Rahmen des europaweiten Vergabeverfahrens ein Angebot ein. Aufgeteilt wurden die Entsorgungsleistungen in zwei „Lose“: Bei der Abfuhr der Müllnbehälter, sperrigen Abfällen und alten Elektrogeräten sowie beim Schadstoffmobil erhielt die Pro Welt GmbH den Zuschlag. Der Bringhof An der Schlossfabrik, ein spezieller, größtenteils kostenfreier Service für die Einwohner der Schloss-Stadt, wird dagegen weiterhin von Lobbe geführt.
550 000 Euro netto zahlt die Stadt Hückeswagen bislang jährlich an Lobbe für die Müllentsorgung und den Bringhof, zukünftig werden es – für Pro Welt und Lobbe – nur noch 300 000 Euro im Jahr sein. Dass die neuen Angebote um 40 Prozent unter dem aktuellen Preis liegen, hat laut BAV mehrere Gründe: das Interesse zahlreicher Bieter, der erhöhte Preisdruck auf dem Entsorgungsmarkt sowie die technische und organisatorische Weiterentwicklung der Entsorgungswirtschaft. Wichtigster Punkt war jedoch die Bildung der Einkaufsgemeinschaft: Der BAV hatte die Ausschreibung gleich für vier Kommunen – Hückeswagen, Reichshof, Nümbrecht und Morsbach – mit insgesamt rund 65 000 Einwohnern heraus gegeben. Für die Müllentsorger ein besonders attraktives Betätigungsfeld, so dass sie mit möglichst günstigen Preisen versuchten, den Zuschlag zu erhalten.
„Das ist bereits ,Shared Service“, meinte Ufer mit Blick auf das Modellprojekt einer interkommunalen Verwaltungszusammenarbeit, die die Stadt mit Radevormwald, Wipperfürth und Marienheide anstrebt. Die Kooperation in Sachen Müllentsorger ist eine Art Zusammenarbeit der Kommunen (unter der Regie des BAV). Sie brachte die gewünschten Kostenvorteile, die letztlich den Hückeswagenern zugute kommen sollen.
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