Hückeswagen: Entspannen mit dem Pommerschen Landschaf
zuletzt aktualisiert: 08.02.2012Hückeswagen (RP). Über Rente mit 67 kann Karl-Peter Turck nur lächeln. Der Diplom-Chemiker ist bereits 71 Jahre alt – und arbeitet immer noch jeden Tag in seinem Betrieb C. & H. Turck GmbH, einer Härterei und Vergüterei in Lennep. Denn beruflichen Stress vergisst der Hückeswagener jedoch schnell. Den wenn er nach Hause kommt, kümmert sich Turck um seine Rauhwolligen Pommerschen Landschafe. "Dabei kann ich unwahrscheinlich gut entspannen", sagt der 71-Jährige, der seit 1990 auf einem Hof in Niederlangenberg lebt.
Als er damals in die Hofschaft nahe der Bever-Talsperre zog, überlegte er, was er mit den knapp zehn Hektar Land anfangen soll. "Bevor ich das alles mähe, habe ich mir lieber Schafe angeschafft", erinnert er sich lächelnd. Mit drei Schafen dieser seltenen Art fing Turck Anfang der 90er Jahre an. Schnell entwickelte er eine Beziehung zu den Tieren; mittlerweile stehen auf seinen Weiden 18 Muttertiere und drei Böcke.
Der Hückeswagener gehört zu den wenigen Züchtern dieser Rasse, die beinahe ausgestorben wäre. 1982 standen gerade noch 53 Tiere in den Zuchtbüchern; allesamt in der DDR, keines davon in Westdeutschland. Kurz vor dem Mauerfall wurde ein Bock im Austausch gegen Auto-Ersatzteile über die Grenze in den Westen geschmuggelt. Mittlerweile hat sich der Bestand der Rauhwolligen Pommerschen Landschafe wieder erholt. "Deutschlandweit gibt's wieder rund 2500 anerkannte Zuchttiere", erzählt Turck.
Zwei bis drei Jungtiere behält der 71-Jährige für die Zucht, die anderen vermarktet er deutschlandweit. Sein Schafe hat Turck bereits bis nach Rügen und Baden-Baden verkauft.
Ausgezeichnete Zuchterfolge
Seine Niederlangenberger Zucht ist im Übrigen von Erfolg gekrönt: Bei der Internationalen Grünen Woche, der Landwirtschaftsmesse in Berlin, vor zwei Jahren wurden Turcks Tiere – drei hatte er mitgenommen – mit IA-Preisen prämiert. Und das bei einem "Wettbewerb auf höchstem Niveau", wie die Landwirtschaftskammer NRW damals mitteilte.
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