Hückeswagen: Gefahr durch Kaminöfen
VON WOLFGANG SCHOLL - zuletzt aktualisiert: 09.02.2012Hückeswagen (RP). Kaminbrände beschäftigen Feuerwehr und Schornsteinfeger in diesen sehr kalten Tagen vermehrt. Die frostigen Temperaturen führen dazu, dass die Öfen teilweise im Dauerbetrieb heizen. Angemahnt wird die richtige Pflege.
Gestern erhielt der Hückeswagener Bezirks-Schornsteinfegermeister Christian Kroker – zuständig auch für Teile von Radevormwald – wieder einen Notruf der Feuerwehr-Leitstelle in Gummersbach über einen in Brand geratenen Kamin. "Ich habe mit dem Rader Kollegen Georg Schmidgen abgesprochen, dass der hinfährt, weil der Brand in der II. Uelfe in Rade in seinem Bezirk lag", sagte Kroker. Schornsteinfeger und Feuerwehr arbeiten in solchen Fällen eng zusammen. Schon in den Tagen zuvor hatte es Kamin-Brände in Marke und in Kräwinkel gegeben.
Immer Feuerwehr alarmieren
Sobald ein Brand entdeckt wird, muss über Notruf 112 die Feuerwehr-Leitstelle angerufen werden. "Meistens werden wir und ein Schornsteinfeger parallel alarmiert. Je nach Schwere werden vor Ort die entsprechenden Maßnahmen untereinander abgesprochen", sagt der Rader Feuerwehrchef Wilfried Fischer. Ein Einsatzbefehl könne lauten, "das Feuer im Ofenrohr oder Kamin kontrolliert abbrennen zu lassen". "Das muss jeder Kamin aushalten", ergänzt Kroker. In keinem Fall darf Lösch-Wasser eingesetzt werden.
Bei Fragen: anrufen
Auskunft Wer unsicher ist und Fragen zur Wartung des Kamins hat, kann sich an die Bezirksschornsteinfeger wenden.
Christian Kroker (Arbeitsgebiet Hückeswagen und Rade), Wiehagener Straße 52, Tel. 5131.
Ursache solcher Brände sind meistens verrußte Abschnitte im Ofenrohr, weiß Kroker. Bei unsachgemäßer Bedienung könne ein Rohr bereits in sechs Wochen "zugeheizt" sein. Der Ruß entstehe durch den Einsatz fester Brennstoffe wie Holz oder Kohle. "Als Betreiber eines Kaminofens oder eines alten offenen Kamins muss man einige wichtige Regeln beachten", betont Kroker.
Während der Schornsteinfeger in regelmäßigen Abständen den Kamin kehrt, ist der Betreiber für die Säuberung des Ofenrohrs zwischen Feuerstelle und Kamin zuständig. Ist ein Ofen erkaltet, sollte das Ofenrohr durch die Rohrklappe regelmäßig untersucht und mit Hilfe eines Ofenrohr-Besens und eines alten Staubsaugers gereinigt und entrußt werden. "Alle dreieinhalb Jahre ist eine Feuerstättenschau verpflichtend ", sagt Kroker.
Eine große Rußmenge kann sich zum Beispiel durch feuchtes Holz bilden oder durch zu wenig Sauerstoff-Zufuhr. "Manchmal wird wegen der eisigen Temperaturen zu viel Holz eingelegt und der Ofen nicht richtig geregelt", weiß Kroker. Grundsätzlich sei aber jeder Kaminofen für einen 24-Stunden-Dauerbetrieb geeignet.
Um Gefahren und Schäden zu vermeiden, sollten alle Ofenbesitzer die Bedienungsanleitung genau studieren und sich mit den Besonderheiten des Ofens vertraut machen. "Auch richtiges Holzstapeln im Ofen ist wichtig", sagt Kroker. Sein Tipp: Holz quer übereinander einstapeln und den Anzünder oben auflegen.
Ist ein Kamin-Brand gelöscht, ist die Arbeit für die Feuerwehr noch nicht beendet. Geprüft werden muss mit Hilfe der Wärmebildkamera, ob sich Hitze und Feuer auf Stellen außerhalb des Kamins – in Decken, Zwischendecken oder auf Wände – ausgedehnt haben und ob Gefahr besteht, dass an der Statik des Kamins Schäden entstanden sind.
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