Hückeswagen: Grünzeug aus eigenem Beet
VON SABRINA TILGNER - zuletzt aktualisiert: 05.10.2007Hückeswagen (RPO). Die Mitglieder der Gartenfreunde Hückeswagen in Busenbach kaufen ihr Gemüse zum Teil noch nicht im Supermarkt. Sie ernten bis zum ersten Frost Salate, Kohl, Porree, Sellerie – und Erdbeeren.
Gemüse gibt’s jetzt nur noch im Laden? Mitnichten. Grünzeug aus ihren eigenen Beeten ernten zumindest die Gartenfreunde Hückeswagen immer noch. In den Kleingärten in Busenbach sprießen die Kohl- und Salatköpfe, der Porree, Sellerie und die Möhren – das typische Herbstgemüse eben.
Exotischer geht es auf den 309 Quadratmetern von Familie Plewniak zu. An den Sträuchern hängen Erd- und Brombeeren. „Aber das sind besondere Herbstsorten“, betont Anna Plewniak. In ihrem und dem Garten ihres Mannes Janus wachsen derzeit noch alle Zutaten, die es für einen leckeren Salat braucht. Die Salatköpfe selbst, Möhren, Porree – und Radieschen, „die ständig von Schnecken befallen werden“, seufzt die 57-jährige und schaut sorgenvoll auf das Beet. Möhren und Porree lassen sich bis zum ersten Frost ernten. Kräuter wachsen hinter dem Gartenhäuschen: Schnittlauch, Petersilie, Salbei, Melisse und Minze.
Rechtliche Regelungen
Aufteilung Laut Gesetz müssen Kleingärtner ein Drittel ihres Gartens für Nutzpflanzen bereitstellen. Ein weiteres Drittel geht an die Blumen, der letzte Teil an den Rasen.
Größe Ein Kleingarten sollte nicht größer als 400 Quadratmeter sein. Die Laube darf höchstens 24 Quadratmeter Grundfläche haben – einschließlich überdachtem Freisitz. Sie darf nicht zum dauernden Wohnen eingerichtet sein.
„Ein bisschen harken, das war’s“
Ein Drittel der Gartenfläche muss laut Bundeskleingartengesetz aus Nutzland bestehen. Familie Plewniak baut das essbare Grün gern an, „wegen des intensiven Geschmacks. Das Gemüse sieht anders aus, nicht so nach Standard. Wir haben krumme Möhren, und die halten sich länger als Supermarkt-Ware“, erklärt Anna Plewniak, die seit vier Jahren ihre Parzelle bei den Gartenfreunden hat.
Ein paar Grundstücke weiter wachsen bei Gisela und Hans Krumreihn der Porree und Endiviensalat. Die Lauchstangen brauchen noch ein paar Wochen bis zur Ernte. Um die Salatköpfe hat der 87-Jährige eine Schnur gewickelt. „So bleiben die inneren Blätter zart“, erklärt Hans Krumreihn, seit 1978 begeisterter Kleingärtner. Besondere Pflege braucht dieses Grün auf den 140 Quadratmetern nicht. „Ein bisschen harken, das war’s“, sagt Gisela Krumreihn (76).
An den restlichen Pflanzen ist dagegen immer etwas zu tun. Die Kleingärtner stutzen Hecken und Bäume, rupfen verblühte Blumen und Unkraut und zupfen verwelkte Blätter. Und Hans Krumreihn hat um den Stamm seines Zwetschgenbaums einem Leimring gebunden: „So können die Schädlinge nicht hochklettern.“ Die Kleingärtner pflanzen außerdem Zwiebeln für Frühlingsblumen wie Tulpen und Narzissen und Bäume. „Die wachsen jetzt an. Im ersten Jahr werden Obstbäume aber noch nicht so intensiv tragen“, sagt Manfred Grunert. Der Vorsitzende der Gartenfreunde hat noch Sellerie und Petersilie im Garten. In die Erde, in der bis vor kurzem Möhren wuchsen, hat er Pferdemist untergegraben. „Damit sich der Boden erholt und Nährstoffe bekommt.“ Im Moment liegen die Kleingärnter mit der Ernte also in den letzten Zügen. „Wir müssen aufpassen, dass nichts vertrocknet, aber bei dem Wetter wird das wohl nicht passieren“, sagt Manfred Grunert und schaut in den wolkenverhangenen Himmel.
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