Hückeswagen: Gymnasium im Kleinformat?
VON STEPHAN BÜLLESBACH - zuletzt aktualisiert: 29.08.2009Hückeswagen (RPO). Ein Wirtschaftsgymnasium für Hückeswagen ist bereits im Gespräch. Nun könnte es auch ein "richtiges" geben: Das Radevormwalder Theodor-Heuss-Gymnasium (THG) hat angeboten, hier eine Sekundarstufe I einzurichten.
Zu Fuß zur Schule kommen Hückeswagener Gymnasiasten nicht. Zu weit ist der Weg nach Wipperfürth, aber auch nach Remscheid, Wermelskirchen und Radevormwald. In Zukunft könnte das anders aussehen. Denn THG-Leiter Matthias Fischbach-Städing hat der Stadt jetzt nach Gesprächen mit dem Hückeswagener CDU-Landtagsabgeordneten Peter Biesenbach vorgeschlagen, die Sekundarstufe I in der Schloss-Stadt als eine Art Dependance einzurichten. Dann könnten die Schüler der Klassen fünf bis neun (das 10. Schuljahr zählt demnächst bereits zur Oberstufe) tatsächlich zu Fuß oder aus den Außenortschaften mit dem Fahrrad zum Gymnasium kommen. "Es gibt einen Paragrafen im Schulgesetz, wonach ein gymnasialer Zweckverband möglich ist", erläuterte Fischbach-Städing.
"Angebot auch in der Breite groß"
"Das wäre eine gute Geschichte für die Stadt", meinte Bürgermeister Uwe Ufer, der dieses Thema bereits vor einigen Monaten erstmals mit seinem Rader Kollegen Dr. Josef Korsten besprochen hatte, gestern in einem Pressegespräch. Mit einer gymnasialen Unterstufe und mit einem möglichen Wirtschaftsgymnasium (die BM berichtete) wäre das schulische Angebot auch in der Breite groß. Ein eigenes Gymnasium wird Hückeswagen nicht bekommen, dafür ist die Stadt mit rund 16 100 Einwohnern zu klein – 20 000 müssten es schon sein.
Ufer, Fischbach-Städing und Biesenbach betonten gestern, dass es sich bei diesem Angebot erst einmal nur um eine Idee handelt. "Der neue Rat wird Anfang 2010 den Schulentwicklungsplan diskutieren", erläuterte der Landtagsabgeordnete. Da hätten dann alle Politiker die Gelegenheit, das THG-Angebot eingehend zu besprechen – oder auch, es abzulehnen. Und Ufer stellte klar: "Für die Realisation sind ein paar Voraussetzungen zu erfüllen." So müsste das THG nachweisen, dass kein zusätzlicher Lehrerbedarf bestehe, und es müssten Gespräche mit den Nachbarstädten geführt werden. "Denn keine Schule darf durch solch eine Aktion in ihrem Bestand beschädigt werden", sagte Ufer. "Aber an eine solche Beschädigung glaube ich nicht."
Noch keine Überlegungen gibt es zum Zeitpunkt, wann die Unter- und Mittelstufe in Hückeswagen eingerichtet werden könnte, und zum Schulgebäude. "Erst muss die rechtliche Situation geklärt werden", betonte Ufer. Der THG-Leiter ließ jedoch durchblicken, dass es kein Problem wäre, die Dependance bereits zum nächsten Schuljahr einzurichten.
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