Hückeswagen: Hauptsache lustig
zuletzt aktualisiert: 08.05.2009Hückeswagen (RPO). Johann König tritt am 14. Mai, 20 Uhr, in der Mehrzweckhalle auf. Im Gespräch mit der BM verspricht der Komiker, einen Witz über Hückeswagen zu machen, und überlegt, zu welcher Randgruppe er gehört.
Karten-Verlosung
Für den Auftritt Johann Königs verlost die BM heute, Freitag, fünf Mal zwei Karten. Wer gewinnen will, muss zwischen 13 und 16 Uhr unter Tel. 920494 anrufen und eine Frage beantworten: Wie lautet das aktuelle Programm Königs? a) "Total Bock auf Remmi Demmi" oder b) "Ohne Holland fahr'n wir zur WM". Unter allen Teilnehmern mit der richtigen Lösung werden die Karten verlost.
Im Vorverkauf gibt's Eintrittskarten für 24,20 Euro im Lenneper Rotationstheater und im Internet; an der Abendkasse kosten sie 26 Euro.
Herr König, mal ehrlich: Sie wissen sicher nicht, wo Hückeswagen liegt.
Johann König Das stimmt. Ich bin aber schon in Lennep aufgetreten, und ich weiß, dass Hückeswagen im Bergischen liegt. Bei Hückeswagen denke ich immer an ein Einfamilienhaus und ein Auto und ein Klingelschild, und die Frage ist dann: Wie heißt das Auto?
Aha. Was fällt Ihnen noch zu Hückeswagen ein?
König Hückeswagen ist eine der wenigen Städte, in denen ich noch nie war. Deshalb werde ich vor dem Auftritt noch ein wenig durch die Stadt laufen und gucken, ob irgendwo skurrile Gebäude stehen oder so was. Das baue ich dann ins Programm ein. Das mache ich immer.
Der Bürgermeister von Hückeswagen heißt Uwe Ufer. Der Name klingt doch komisch. Das könnten Sie einbauen.
König Gibt es bei Ihnen einen Fluss?
Die Wupper.
König Uwe Ufer an der Wupper. . .
Das ist ja schon ein Anfang. Mario Barth ist im Olympiastadion aufgetreten, Sie treten hier in der Mehrzweckhalle auf. Warum ist das besser?
König Ich brauche eine Mehrzweckhalle, weil ich so vieles mache. Ich lese vor, ich mache Stand-Up-Comedy, ich dichte. Im Olympiastadion hätte ich diese Möglichkeiten gar nicht.
Warum sollten die Zuschauer sich Ihre Show ansehen?
König Ich war schließlich noch nie in Hückeswagen. Außerdem ist das Programm neu und ich verspreche einen Abend ohne Krisengerede in der Zeit der Krise. Dafür spreche ich über die Schweinegrippe.
Wie reagieren Sie eigentlich, wenn niemand lacht?
König Dann bleibe ich ruhig. Nachher sagt der Veranstalter häufig über das Publikum "Die Menschen sind hier so" und "Für uns ist das schon viel". Bei einer Show hat wirklich eine Stunde niemand gelacht. Das fand ich so lustig, dass ich gelacht habe.
Früher hatten Sie die Masche, nervös und unsicher zu sprechen.
König Die Art ist so geblieben. Ich bin aber mittlerweile nicht mehr nervös, nicht mehr so extrem. Die Leute finden es einfach lustig, wenn sich jemand auf die Bühne stellt und sagt, dass er keine Lust hat. Das ist aber auch nur lustig, weil ich auf der Bühne stehe. Privat lacht darüber keiner. Wenn meine Frau schmunzelt, weiß ich, dass der Witz ein Kracher ist. Ich wundere mich ja selbst, warum die Leute lachen.
Wann haben Sie zum ersten Mal entdeckt, dass die Menschen über Ihre Art lachen?
König Das war am 22. Juni 1997 in einem Kölner Literaturcafé. Ich habe ein Tiergedicht vorgetragen, das ernst gemeint war, aber alle haben gelacht. Da habe ich gedacht: Das ist ja lustig. Das war der Startschuss. Ich habe dort dann regelmäßig Gedichte vorgelesen.
Früher trugen Sie immer ein rotes Hemd. Machen Sie das noch immer?
König Nein. In der ersten Hälfte des Programms trage ich ein gelbes Hemd, in der zweiten ein blaues. Ich weiß nicht, ob das etwas zu bedeuten hat. Wer es herausfindet, kann sich bei mir melden.
Welche Randgruppen müssen sich bei Ihnen eigentlich in Acht nehmen?
König Ich bin ja nicht Ingo Appelt, ich mache keine Randgruppenwitze. Ich habe während meines Studiums in einer Seminararbeit mal über das Thema Humor und Behinderte geschrieben und herausgefunden: Behinderte sagen, dass zu wenige Witze über Behinderte gemacht werden. Pikiert sind bei Behinderten-Witzen immer nur die Nicht-Behinderten.
Wovor muss sich die erste Reihe in Acht nehmen?
König In einigen Szenen habe ich eine feuchte Aussprache. Außerdem setze ich mir am Ende eine Schweinemaske auf und versuche, eine Frau zu küssen.
Sebastian Dalkowski führte das Gespräch.
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