Hückeswagen: Huflattich stimmt auf Frühling ein
SOBO - zuletzt aktualisiert: 20.02.2010Hückeswagen (RPO). Das Gärtnern ist Teil der reichen Vielfalt des Lebens. Und darin liegt einiges vom Spaß, den es bereitet. Hobbygärtner können kaum das Ende dieses langen Winters erwarten, um wieder in der wohl riechenden Erde zu wühlen und etwas Vergängliches, aber dauerhaft Erfüllendes aus dem Nichts zu erschaffen.
Bleibt nur die Frage zu klären, warum unsere heimischen Wildpflanzen so wenig begehrt sind. Erfüllen sie doch wunderbar selbstlos so viele Zwecke gleichzeitig. Wenn ich im Garten nach langen Wintermonaten nach den ersten Frühlingsboten Ausschau halte, werde ich so manches Jahr schon im Februar von den strahlend gelben Blüten des Huflattichs (Tussilago farfara) begrüßt: Wie kleine Sonnen leuchten sie zwischen altem Schnee und Vorjahreslaub.
Zirka sechs Wochen vor den Blättern erscheinen sie auf schuppigen Stängeln und sind den Bienen eine erste Nahrungsquelle. Gerne besiedelt der Huflattich eine kleine, steinige Gartenecke. Tussilago ist eine alte Heilpflanze. Auch in der Kosmetik wird er gerne genutzt, und ab und zu ein feines Gericht aus Blüten und Blättern bekommt der Gesundheit ausgezeichnet: Für gefüllte Huflattichblätter (etwa so wie die griechischen Dolmades) würzen Sie gekochten Reis mit Knoblauch, Thymian, Zitronensaft und Pinienkernen und blanchieren schöne Huflattichblätter ohne Stiele.
Nun legen Sie die Blätter mit der filzigen Seite nach oben und belegen jedes Blatt mit einem Esslöffel der Reismischung. Jedes Blatt wird mit Reis zu einem Päckchen eingerollt und dicht an dicht in eine mit Olivenöl gefettete Pfanne geschichtet. Nun sollte das Ganze 20 Minuten lang dünsten und anschließend eventuell noch mit Zitronensaft beträufelt werden. Aber Achtung! Es ist wie so oft im Leben: Auch beim Huflattich ist allzu viel ungesund.
Sonja Borner ist Heilpraktikerin und betreibt die "Hückeswagener Schule für Heilpflanzenkunde" in Niederlangenberg.
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