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Hückeswagen: Hund gerettet, Herr zahlt

VON BRIGITTE NEUSCHÄFER - zuletzt aktualisiert: 23.02.2010

Hückeswagen (RPO). Der BM-Bericht am Montag über die Rettung eines Hundes aus dem Eiswasser der Vorsperre hat ein großes Echo bei den Lesern ausgelöst. Die immer wiederkehrende Frage: Wer zahlt für den Rettungseinsatz? Wir haben nachgehakt.

Die Schilder sind eindeutig: Auf den Wegen an der Vorsperre sind Hunde an der Leine zu führen – auch mit Blick auf den Schutz von Wildtieren. Nicht jeder hält sich dran.  Foto: RPO
Die Schilder sind eindeutig: Auf den Wegen an der Vorsperre sind Hunde an der Leine zu führen – auch mit Blick auf den Schutz von Wildtieren. Nicht jeder hält sich dran. Foto: RPO

Insgesamt 14 Einsatzkräfte vom Löschzug Stadt waren am Sonntagmorgen ausgerückt, um einen Golden Retriever aus dem Eis der Wupper-Vorsperre zu retten. Gemeinsam mit einem Taucher der DLRG gelang es, das entkräftete Tier an Land zu bringen und seinen Besitzern zu übergeben. Die waren überglücklich – aber sie werden zahlen müssen für den Rettungseinsatz. Das bestätigte Michael Kirch als Leiter des auch für die Freiwillige Feuerwehr zuständigen Fachbereichs der Stadtverwaltung gestern auf Anfrage der BM.

"Es gibt die normalen Hilfseinsätze der Feuerwehr bei einem Brand oder einem Unfall, und es gibt kostenpflichtige Einsätze. Die Rettung des Hundes gehört zu den kostenpflichtigen Fällen", sagte Kirch. Es könne nicht sein, dass Einsätze wie diese, die letztlich auf ein individuelles Fehlverhalten Einzelner zurückgingen, aus den von der Algemeinheit zu zahlenden Steuergroschen finanziert würden. Eine genaue Summe konnte Kirch nicht nennen – "dazu müssen wir erst einmal den Bericht des Einsatzleiters haben, aus dem die Zahl der Einsatzkräfte, die Einsatzdauer und die eingesetzten Fahrzeuge hervorgehen", so Kirch. Durchaus möglich sei, dass der Hundehalter von der Stadt eine Rechnung "im Bereich um die 250 Euro" bekomme.

Der Besitzer des Golden Retrievers hatte den Hund nicht angeleint. "Wir hatten kurz an der Schutzhütte nahe der Wupper-Vorsperre angehalten, als ca. fünf Meter vor uns ein Fuchs an uns vorbeilief", schildert er selbst das Geschehen. Der Hund sei seinem Jagdtrieb gefolgt und hinter dem Fuchs aufs Eis gelaufen. Beim zweiten Rückruf seines Herrn habe er gestoppt und zurückkehren wollen, sei dann aber im Eis eingebrochen. Der Golden Retriever sei als Jagdhund ausgebildet "und gehorcht aufs Wort". Dass es diesmal eher das zweite Wort war, wäre dem Hund fast zum Verhängnis geworden. Für die Rettung sei er Feuerwehr und DLRG "sehr, sehr dankbar", so der Hundehalter.

Dankbarkeit empfinden offenbar auch andere Hundehalter, die sich auf den BM-Bericht hin meldeten. "DLRG und Feuerwehr – echt Klasse" mailte eine Leserin. Und: "Es ist beruhigend und macht sehr froh, dass hier ohne zu zögern auch einem Tier geholfen worden ist."

Allerdings wurden auch kritische Stimmen laut – auch von anderen Hundehaltern. Eine dieser Leser-Meinungen: "Wenn man seine Hunde gern hat, versucht man doch, solche gefährlichen Situationen zu vermeiden. Warnungen bzw. Warnhinweisschilder gibt es reichlich."

Tatsächlich weisen Schilder an der Vorsperre darauf hin, dass Hunde dort an der Leine zu halten sind. Auch aus Gründen des Wildschutzes. So sagte Johannes Meier-Frankenfeld, Vorsitzender der Hückeswagener Jägerschaft, gestern im Gespräch mit der BM: "Gerade das Rehwild, das an der Vorsperre bis ans Wasser kommt, ist von diesem langen und harten Winter stark entkräftet. Frei laufende Hunde werden da zur ernsten Gefahr."

Quelle: RP

 
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