Hückeswagen: Immer auf Ballhöhe
VON STEPHAN BÜLLESBACH - zuletzt aktualisiert: 26.07.2011 - 12:25Hückeswagen (RP). Hückeswagen ist schön. Die Stadt hat viele Plätze mit hoher Aufenthaltsqualität. Die BM stellt in den Ferien Menschen und deren Lieblingsplatz in Hückeswagen vor. Den Auftakt macht RSV-Vorsitzender Frank Höbler.
So lässig, wie Frank Höbler jetzt über dem Geländer am Vereinsheim lehnt, war er nicht immer. In der Saison 2009/10 kämpfte die erste Mannschaft des RSV 09 Hückeswagen lange Zeit gegen den Abstieg in die Kreisliga B. Das war nichts für die Nerven des Vorsitzenden. Doch in der jetzt abgelaufenen Spielzeit konnte der 60-Jährige wieder beruhigt dem Treiben auf dem heimischen Kunstrasen zuschauen: Die Elf von Trainer Udo Siminski wurde nicht nur Tabellenzweiter und spielte lange Zeit um den Aufstieg in die Bezirksliga mit, sie gewann auch zehn von 14 Heimspielen und erzielte 44 Tore. Kein Wunder, dass der Sportplatz Schnabelsmühle Höblers Lieblingsplatz ist.
Der Industriefachwirt, der aufgrund gesundheitlicher Problemen seit etwa vier Jahren Frührentner ist, ist nicht nur sonntags auf dem Sportplatz anzutreffen. Höbler lacht, als er über seinen „Terminkalender“ spricht: „Ich bin mindestens vier-, fünfmal in der Woche hier“, erzählt er. Auch beim Training der Senioren ist der Vorsitzende fast immer dabei - als Zuschauer natürlich. Und hin und wieder schafft er es, sich auch mal einen Samstag freizuschaufeln, um den Nachwuchs anzufeuern. Darüber hinaus gibt es immer etwas zu tun für „seinen“ Raspo.
Wenn die erste Mannschaft spielt, ist Frank Höbler, der seit 1970 in Hückeswagen lebt, nicht nur als Zuschauer dabei. Er wird dann auch aktiv: Der Vorsitzende ist (notgedrungen) auch Stadionsprecher. „Das ist wichtig“, betont er. Denn vor dem Spiel begrüßt er über die neue Mikrofonanlage die Spieler und den Trainer der Gastmannschaft, den Schiedsrichter und die Sponsoren, und er gibt die RSV-Spieler und deren Rückennummern durch. „Das ist untypisch für die Kreisliga A“, sagt Höbler. „Doch wir wollen das Ganze etwas anders machen. Das Drumherum soll professioneller sein.“
Dass sein Lieblingsplatz so ist, wie er sich seit zwei Jahren präsentiert, daran hat Höbler aktiv mitgewirkt. Bei einem Kreispokal-Endspiel im Mai vor einigen Jahren auf dem Aschenplatz waren die kleinen Kicker kaum noch zu sehen. So sehr hatte der Staub sie verhüllt. Er sprach mit Grünen-Fraktionschef und RSV-Mitglied Egbert Sabelek, der das Spiel ebenfalls sah, und regte an, den Aschebelag durch einen Kunstrasen zu ersetzen. Auf das Ergebnis dieses Gesprächs, das satte Grün, kann Höbler nun bei jedem Besuch des Sportplatzes blicken.
Und was würde seinen Lieblingsplatz noch attraktiver machen? Da muss der Raspo-„Präsident“ nicht lange überlegen: „Ein Traum wäre es natürlich, wenn die Erste in die Bezirksliga und die Zweite in die Kreisliga B aufsteigen würden.“
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