Hückeswagen: Impfen – wer, wann und wo?
VON JOACHIM RÜTTGEN - zuletzt aktualisiert: 03.10.2009Hückeswagen (RPO). Wahrscheinlich ab Ende Oktober wird auch in Hückeswagen gegen die Schweinegrippe geimpft. Der Leiter des Ärztlichen Dienstes beim Gesundheitsamt ruft vor allem chronisch Kranke dazu auf, sich impfen zu lassen.
Ende Juli war der erste Fall von Schweinegrippe in Hückeswagen gemeldet worden. Insgesamt sechs Patienten aus der Schloss-Stadt sind seitdem beim Kreisgesundheitsamt registriert worden. Impfung soll schützen und Neuinfektionen vorbeugen. Die grobe Planung für die Schweinegrippe-Impfung steht auch, aber noch fehlen verbindliche Aussagen der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Institutes und des Paul-Ehrlich-Instituts, die für Zulassung und Durchführung zuständig sind.
Dr. Thomas Bauer, Leiter des Ärztlichen Dienstes beim Gesundheitsamt des Oberbergischen Kreises in Gummersbach, teilte gestern auf BM-Anfrage mit, dass die freiwillige Impfung "die Schwächsten der Schwachen" erreichen soll – aber nicht flächendeckend alle Bürger. Wer konkret sich impfen lassen sollte, wird nächste Woche bekanntgegeben. "Wir warten händeringend auf die Empfehlung, denn nur so können wir Risikopatienten schützen", sagte Bauer.
Apotheken verteilen Impfstoff
Die Koordinierung der Aktion sollen die unteren Gesundheitsbehörden übernehmen, allerdings sei man auf die Unterstützung der niedergelassenen Ärzte angewiesen, um chronisch Kranke zu erreichen. Zudem werde die Impfung allen angeboten, die in die Pflege und Versorgung kranker Menschen eingebunden sind. Die Gesundheitsämter der kreisfreien Städte und Kreise übernehmen nach Angaben von Bauer die Logistik des Impfstoffes. "Nur die Gesundheitsämter können nach Vorgabe des Ministeriums den Impfstoff anfordern", erklärte er. Dies geschehe wöchentlich. Die Verteilung an die Ärzte erfolge über ausgewählte Apotheken. Bei den Ärzten, die die Impfung anbieten, wird es wahrscheinlich spezielle Impfsprechstunden geben.
Die Kritik vieler Ärztekollegen an der Impfung kann Bauer nicht verstehen. "Der Trägerstoff wird seit zehn Jahren benutzt. Neu hinzugekommen ist ein Beschleuniger, der das Immunsystem anregt, schnell Antikörper zu bilden", erklärte er. Mittlerweile habe eine zweite Influenza-Welle Mexiko erreicht – mit deutlich mehr Komplikationen für Infizierte. "Deshalb ist es wichtig, dass wir jetzt alle Risikopatienten impfen", sagte Bauer. "Wobei ich den Eindruck habe, dass nur etwa 12 bis 15 Prozent der Menschen die Impfung auch wirklich wollen."
Das Risikoprofil vergleicht Bauer mit einer Tetanus-Impfung. Von neurologischen Nebenwirkungen, wie von einigen Kollegen befürchtet, sei ihm nichts bekannt. Er appelliert an Oberbergs Mediziner, sich sachlich und fachlich mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Keine falschen Ängste schüren
"Man muss schauen, wen ich durch unfachliche Aussagen verängstige", betonte Bauer, der zurzeit regelmäßig auch in Hückeswagen unterwegs ist, um Kollegen aufzuklären und mit ihnen über die anstehende Impfung zu sprechen. "Ich stelle immer wieder eine Verunsicherung fest, deshalb ist Aufklärung so wichtig", meinte Bauer.
Hotline Gesundheitsamt in Gummersbach, Tel. 02261 887766.
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