Kommentar: In Bewegung kreativer und willensstärker werden
VON STEPHAN BÜLLESBACH - zuletzt aktualisiert: 11.09.2009Kommentar (RPO). Die Attraktivität der Stadt nimmt zu
Hoch über dem Erdboden klammern sich Kinder an die Sicherungen ihres Seiles, mit dem Klettergurt und Klettersteigset verbunden sind. Zusätzlich ist der Kopf mit einem Helm geschützt. Und dann geht's an einem Seil hängend – wie auf einem Abenteuerspielplatz – von einem Baumstamm zum anderen. Gerade Kindern macht das Klettern Spaß. Doch im jugendlichen Alter lässt bei vielen die Freude an der eigenen Bewegung zunehmend nach; lieber lassen sie andere laufen – nämlich computeranimierte Figuren auf dem PC. Trainiert wird damit gerade noch die Muskulatur des Daumens mittels Spielekonsole.
Die Bergwacht erhofft sich mit dem Angebot eines Hochseilgartens, gerade Kinder und Jugendliche (wieder) zur Bewegung bewegen zu können. "Klettern ist gesund", stellte Andreas Worm fest. Durch den Gebrauch fast aller Muskelgruppen, Sehnen und Bänder werde der gesamte Bewegungsapparat gefördert. Das wiederum führe zu deutlichen Verbesserungen der Bewegungs-, Koordinierungs- und Balancefähigkeiten. Dazu kommt, dass der Körper besser verbrenne. So meinte er mit Blick auf viele übergewichtige Kinder und Jugendliche: "Das kann dann zu einer gesunden und gleichmäßigen Gewichtsnormalisierung führen."
Zudem fordere das Klettern vor allem kognitive Fähigkeiten. In erster Linie sieht Worm darin eine Schulung der Kreativität, Selbsteinschätzung, Konzentration, Reaktionsfähigkeit und Willenskraft.
Wer Spaß am Klettern findet und daraus mehr als nur eine Freitzeitaktivität machen will, kann sich bei der Bergwacht engagieren. "Die Ausbildung ist sehr vielseitig", verspricht Worm. Nach der Grundausbildung kann man sich weiter spezialisieren – zum Beispiel in den Bereichen Höhen- und Tiefenrettung, Baumrettung und Rettung aus Windrädern.
Kontakt Tel. 0176 22988721 (Worm) oder Tel. 02196 1091 (GHW)
Fast jeder Hückeswagener spricht vom "Brunsbachtal", wenn er eine Wegbeschreibung für Bürgerbad oder Mehrzweckhalle abgibt. Die richtige Adresse lautet allerdings "Zum Sportzentrum". Eben weil dort Bad und Halle angesiedelt sind (und eine Kleingolfanlage gibt's auch noch). Nun wird das Sportzentrum mit dem Hochseilgarten gewissermaßen weiter mit Leben gefüllt. Dort, wo in den 70er und 80er Jahren mal ein Fußballstadion geplant war, soll es ab dem Frühjahr im wahren Sinne des Wortes hoch hinaus gehen. Das ist eine gute Nachricht für Hückeswagen. Denn der Klettergarten steigert die Attraktivität der Schloss-Stadt. Und das Gute daran: Auf den Haushalt der Stadt kommen keine Kosten zu (im Gegensatz zu Bad und Halle), weil hinter dem Ganzen ein privater Investor steckt. Der erhält zwar einen Gewinn, trägt aber auch das unternehmerische Risiko. Sollte der Hochseilgarten nicht laufen, hat die Stadt nicht jahrelang mit Folgekosten zu kämpfen (wie es einmal bei der unseligen Eisbahn der Fall gewesen war). Zudem dürfte der Kletterwald gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die häufig den besonderen Kick lieben, eine willkommene Abwechslung sein. Sie zu bewegen und hinter dem Computer hervorzulocken, ist ein erklärtes Ziel der Betreiber. Ein Ziel, das gute Chancen auf Realisierung hat.
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