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Hückeswagen: Jeder will ein wenig Sieger sein

VON STEPHAN BÜLLESBACH - zuletzt aktualisiert: 31.08.2009

Hückeswagen (RPO). Zufrieden waren sie irgendwie alle. Doch unzufrieden auch – mal abgesehen von der FDP und der FaB, den einzigen "richtigen" Wahlsiegern. Das ergab gestern Abend die Umfrage unter den Parteivorsitzenden und Fraktionschefs.

Ralf Thiel, Foto: RPO
Ralf Thiel, Foto: RPO

Souverän alle Direktmandate gewonnen und doch verloren – so präsentierte sich die CDU. Zwar holten die Christdemokraten erneut alle 16 Wahlbezirke, doch waren sie mit einem Stimmenverlust von 2,9 Prozentpunkten die Verlierer des Abends. Fraktionsvorsitzender Horst Schreiber nahm die Niederlage nach außen hin gelassen: "Wenn der Wähler so entschieden hat, dann muss man zufrieden sein. Nörgeln hilft nicht." Immerhin hätte die CDU nicht zu Gunsten der Listenverbindung aus SPD, FDP, UWG und Grünen verloren, "vielmehr hat die FaB profitiert". Den Freien aktiven Bürgern bot er daher auch gleich eine enge Zusammenarbeit an: "Wir werden Gespräche führen."

Info

Der neue Stadtrat

Der neu gewählte Stadtrat wird am Dienstag, 27. Oktober, zu seiner konstituierenden Sitzung zusammenkommen. Beginn ist um 17 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses. Die derzeitige Legislaturperiode endet sechs Tage vorher. Weil die CDU alle 16 Wahlbezirke gewonnen hat, gibt es sechs Überhangmandate, so dass der neue Rat aus 38 Politikern plus Bürgermeister besteht.

In Siegesjubel brach auch Horst Fink nicht aus. "Wir hätten klar mehr erwartet", meinte ein leicht enttäuschter Vorsitzender des SPD-Ortsvereins. Schließlich habe seine Partei den Bürgermeister nach Hückeswagen geholt und ihn in den zurückliegenden Jahren unterstützt. "Wir hatten die Hoffnung, dass die Bürgerschaft das auch honorieren würde", sagte Fink. "Allerdings hat uns da wohl der Bundestrend hinein gespielt." Dennoch blickte er optimistisch in die Zukunft: "Die Liste hat eine hervorragende Arbeit geleistet. Und ich habe das Gefühl, dass das auch die nächsten fünf Jahre so weiter gehen wird."

Stimmen zur Wahl von Horst Schreiber (o.<span style="font-size:40%;"> </span>l.), Horst Fink (o.<span style="font-size:40%;"> </span>r.), Gerhard Welp (M.,<span style="font-size:40%;"> </span>l.), Dieter Klewinghaus (M.,<span style="font-size:40%;"> </span>r.), Egbert Sabelek (u.,<span style="font-size:40%;"> </span>l.) und Ralf Thiel. Foto: RPO

Gerhard Welp bekam das Lächeln überhaupt nicht mehr aus dem Gesicht: Die Liste hat zugelegt und "seine" FDP dazu recht deutlich. "Ich bin sehr zufrieden. Das zeigt, dass sich die Arbeit der Fraktion ausgezahlt hat und dass die Bürger das honoriert haben", sagte der Ortsvorsitzende der Liberalen. Mit Blick auf die weitere Zusammenarbeit innerhalb der Liste meinte Welp: "Wir sind für alles offen. Aber bei dem guten Ergebnis bietet es sich an, dass wir weiter zusammenarbeiten werden."

Wie Horst Fink konnte sich auch Dieter Klewinghaus nicht so richtig freuen. "Ein bisschen mehr hätten wir uns schon versprochen", klagte der UWG-Fraktionschef. Immerhin war er aber zufrieden mit dem Gesamtergebnis der Liste, die 2,2 Prozentpunkte zugelegt hat. "Das ist schon ein Triumph." So sei die Verbindung in ihrem Auftrag gestärkt und werde die Arbeit wohl fortsetzen.

Lächeln konnte Egbert Sabelek, dessen Grüne trotz des Nichtbesetzens von gleich fünf Wahlbezirken nur einen leichten Verlust hinnehmen musste. Mit Blick auf die Listenverbindung bemerkte der Grünen-Sprecher: "Das ist die Belohnung für die gute Arbeit in den letzten fünf Jahren." Den Stimmenverlust der CDU von fast drei Prozentpunkten kommentierte Sabelek so: "Das ist die Quittung für ihre anfängliche Blockadepolitik."

"Ich bin wesentlich zufriedener als vor fünf Jahren", freute sich Ralf Thiel. Seine FaB hatte 2004 nur ein Ratsmandat erhalten, im neuen Rat ist sie mit zwei Mitgliedern vertreten. "Das wird unsere Arbeit im Rat erleichtern", glaubt er. Thiel erwartet nun, "dass andere, die weit vorne liegen, auf uns zukommen". Dabei schielte er auf die CDU. "Mit der Liste werden wir auf keinen Fall zusammenarbeiten", stellte er dagegen unmissverständlich klar.

Quelle: RP

 
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