Hückeswagen: Jung, männlich, alkoholisiert – eine gefährliche Mischung
zuletzt aktualisiert: 18.02.2009Hückeswagen (RPO). Oberberg (büba) Zwei Zahlen machen die Diskrepanz und das damit verbundene Sorgenpotenzial der Polizei deutlich: Die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen im Oberbergischen Kreis liegt gerade einmal bei einem Zwölftel – aber mit fast 25 Prozent ist sie überproportional an den Unfällen beteiligt. "Und es sind hauptsächlich junge Männer", teilte der 1. Polizeihauptkommissar Klaus Heller gestern bei der Vorstellung der Verkehrsstatistik 2008 mit. Es sei deutlich, dass in solchen Fällen das Testosteron eine große Rolle spiele – und offenbar auch der Alkohol. Denn jeder dritte Unfall, der im vorigen Jahr auf überhöhten Alkoholgenuss zurückzuführen war, wurde von einem so genannten jungen Erwachsenen verursacht. Landrat Hagen Jobi kündigte gestern weiterhin "ein konsequentes Vorgehen" an.
Das betrifft allerdings nicht nur die jungen Raser, sondern gilt generell für alle, die den Straßenverkehr gefährden – sei es durch Alkohol (der durchschnittliche Alkoholpegel aller in 2008 Erwischten lag bei 1,6 Promille!), überhöhte Geschwindigkeit, den Genuss von Betäubungsmitteln oder weil man sich oder mitfahrende Kinder nicht angeschnallt hat. "Manchen muss es eben erst kräftig ans Portmonee gehen, ehe sie einsichtig werden", stellte Heller fest.
Allerdings setzt die Polizei wie in den Vorjahren auch in 2009 auf Aufklärung und Information. Das gilt zum Beispiel wieder für die Motorradfahrer. So wirbt ein Banner mit dem Spruch "Besser die Freiheit genießen, als sie zu riskieren" für vorsichtige Fahrt auf zwei Rädern. Zudem werden Ende März in Wipperfürth rund 170 Gutscheine an Motorradfahrer ausgegeben, die damit ein Fahrsicherheitstraining absolvieren können. So hat Heller erkannt: "Viele Motorradfahrer können nicht richtig bremsen."
Dass es auch langfristig mit den Unfallzahlen (nicht nur) im Oberbergischen Kreis zurückgeht, dafür könnte neben aller Prävention der Polizei auch der Führerschein ab 17 beitragen. Der 1. Polizeihauptkommissar ist nach anfänglicher Skepsis inzwischen "begeistert vom begleitenden Fahren", bei dem ein Erwachsener den 17-jährigen Fahrer als Beifahrer zur Seite sitzt. Ganze fünf Verkehrsunfälle gab es im vorigen Jahr, in die Autofahrer unter 18 verwickelt waren. Davon waren drei Bagatellsachen. Hatte 2007 das Straßenverkehrsamt 1779 Anträge von Jugendlichen erhalten, die den Führerschein schon früher machen wollten, waren es 2008 bereits 1844.
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