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Hückeswagen: "Junge Erwachsene" bereiten weiter Sorgen Polizei guckt Bikern "in die Auspuffrohre"

zuletzt aktualisiert: 09.02.2010

Hückeswagen (RPO). Ihnen fehlt es an Routine, sie sind schnell durch (laute) Musik oder die Gespräche im Wagen abgelenkt, sie setzten sich häufiger als andere Altergruppen alkoholisiert oder zugekifft hinters Lenkrad, und nicht selten sind auch ihre Autos nicht mit der modernsten Sicherheitstechnik wie ABS oder ESP ausgestattet – es verwundert nicht, dass die Gruppe der 18- bis 24-Jährigen einen hohen Anteil unter den Unfallfahrern und auch Verletzten haben. Das war in 2009 nicht anders als in den Jahren davor auch.

An jedem fünften Unfall beteiligt

Immerhin hatte der Erste Polizeihauptkommissar Henning Setzer eine positive Nachricht bei der Vorstellung der Verkehrsstatistik für 2009 zu verkünden: "Die Zahl der verunglückten ,jungen Erwachsenen' sank gegenüber 2008 nicht unerheblich", berichtete der Direktionsleiter Verkehr der für Hückeswagen zuständigen Wache Wipperfürth. Der Rückgang betrug 22 Prozent – von 232 auf 181. Das sind so wenige, wie seit Jahren nicht mehr. Dennoch hat die Polizei weiterhin ein wachsames Auge auf dieser Altersgruppe. Waren doch die 18- bis 24-Jährigen fast an jedem fünften Unfall im vorigen Jahr auf Oberbergs Straßen beteiligt, ihr Anteil an der Bevölkerung liegt jedoch lediglich bei etwa acht Prozent.

Positive Erfahrungen

Die teilweise positive Entwicklung sieht Polizeihauptkommissar Frank Rösner, Leiter der Führungsstelle Verkehr, unter anderem im "Führerschein mit 17" begründet. Dabei dürfen die 17-Jährigen bis zu ihrem 18. Geburtstag nur in Begleitung eines erwachsenen Führerscheininhabers hinterm Lenkrad sitzen; und das scheint zu fruchten. 2008 hatte die Polizei kreisweit 1844 Anträge registriert, im vorigen Jahr waren es 1943.

Hückeswagen schien in 2009 jedoch kein gutes Pflaster für die "jungen Erwachsenen" gewesen zu sein. Denn bei den Unfallzahlen (immer hoch gerechnet auf 100 000 Einwohner) nimmt die Schloss-Stadt den unrühmlichen vierten Platz im Kreis ein – 2008 war sie lediglich Neunte gewesen. Bei 21 Unfällen, an denen 18- bis 24-Jährige beteiligt waren, wurden 14 verletzt. Ums Leben kam auf Hückeswagens Straßen jedoch niemand. Der einzige Tote aus dieser Altersgruppe war in Morsbach gestorben.

Anfangs ist es ein leises Summen, doch das Geräusch schwillt in der Regel schnell an zu einem für viele unerträglichen Krach – nur noch wenige Wochen, dann sind die Motorradfahrer wieder auf Oberbergs Straßen unterwegs. Die meisten rücksichtsvoll und mit normalen Motorrengeräuschen, manche aber werden wieder über durch die schöne oberbergische Landschaft rasen und dabei einen Heidenlärm veranstalten. Genau dieses Gruppe wird sich die Polizei in diesem Jahr vornehmen. "Wir werden in die Auspuffrohre gucken", warnte Landrat Hagen Jobi gestern bei der Vorstellung der Verkehrsstatistik für 2009. Das heißt im Klartext: Fallen Biker bei Kontrollen mit ungewöhnlich lauten Maschinen auf, wird die Polizei sie heraus ziehen. Saftige Strafen und der Rückbau der "frisierten" Motorteile sind die Folgen.

"Die Toleranzschwelle ist überschritten", stellte der Erste Polizeihauptkommissar Henning Setzer fest. Zunehmend würden sich Anwohner über den "höllischen Lärm" von Motorrädern ärgern und dann bei der Polizei beschweren. "Die große Masse fährt normal. Die Zahl der Ausreißer wird aber immer größer", bedauerte Hagen Jobi. Ein Grund für die Zunahme der Beschwerden: Viele Menschen wollten – wie die Motorradfahrer – ebenfalls die sonnigen Wochenenden genießen. Aber nicht mit dem Hauch von Freiheit um die Nase, sondern bei Ruhe im heimischen Garten oder auf dem Balkon.

So nutzte der Landrat gestern die Gelegenheit, an die Biker, aber auch an alle übrigen Verkehrsteilnehmer zu appellieren: "Rücksichtnahme und partnerschaftliches Verhalten auf den Straßen sollten eine ständige Pflicht sein!"

Quelle: RP

 
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