Hückeswagen: Kletterwald im Brunsbachtal
VON STEPHAN BÜLLESBACH - zuletzt aktualisiert: 11.09.2009Hückeswagen (RPO). Im Brunsbachtal soll in den nächsten Monaten ein Hochseilgarten entstehen. Ab Frühjahr könnte dann in dem Wäldchen hinter dem Bürgerbad geklettert werden. Das Projekt stellten gestern Stadt und Betreiber vor.
Fußballprofis, Manager und Zahnarzthelferinnen haben auf den ersten Blick nicht unbedingt viel gemein. Doch zumindest eines eint manche von ihnen: Sie haben schon einmal an einem Teambuilding – "Neudeutsch" für perfektes Zusammenspiel in der Gruppe – in einem Klettergarten teilgenommen. Denn wer in mehreren Metern Höhe an einem Seil zwischen zwei Baumwipfeln hängt, ist auf die Verlässlichkeit, Hilfsbereitschaft und Zusammenarbeit mit seinen Mitspielern oder Kollegen angewiesen. Solche "Schlüsselkompetenzen" sind nach Aussage von Andreas Worm von der neu gegründeten Bergwacht Hückeswagen gerade im Sport und im Berufsleben von Bedeutung, und trainierbar sind sie vor allem in einem Hochseilgarten. Doch natürlich kommt auch dem Spaßfaktor einer solchen Einrichtung große Bedeutung zu. Überzeugen können sich davon voraussichtlich ab März/April alle kleinen und großen "Klettermaxe", wenn der Hochseilgarten in dem Waldstück am Ende des Brunsbachtals Wirklichkeit geworden ist.
Spangenstraße
Die Spangenstraße, die einmal das Brunsbachtal mit der Kölner Straße verbinden soll, führt zwischen Bürgerbad und dem zukünftigen Kletterwald hindurch. "Sie wird den Hochseilgarten aber nicht tangieren", versicherte Bauamtsleiter Andreas Schröder.
Baubeginn noch in 2009
In Kooperation mit der Bergwacht will die Wermelskirchener GHW-Klettergarten GmbH diesen Kletter- und Erlebniswald errichten. "Mit dem Bau der Anlage soll noch in diesem Jahr begonnen werden", berichtete gestern Gundel Ehlis vom Grünen Hochseilgarten Wermelskirchen. Mit den entsprechenden Vorbereitungen sei bereits begonnen worden. Bei der Stadt hatten die Initiatoren offene Türen eingelaufen. "Sie hat sich für eine reibungslose Abwicklung der Formalitäten und Genehmigungen eingesetzt", lobte Andreas Worm. Die Verwaltung, vor allem aber die Leitung des Bürgerbads sind begeistert von der Idee, die während des Bob-Wochenendes aufkam. Das Bad und der Klettergarten können voneinander profitieren und wollen kooperieren", sagte Bürgermeister Uwe Ufer.
Am PC spielen reicht nicht
Die Vorteile eines solchen Kletterwalds liegen für die Betreiber auf der Hand. Vor allem jüngere Menschen haben GHW und Bergwacht im Visier. "Die Freizeitaktivitäten vieler Kinder finden heute oft mehr drinnen als draußen statt und haben mit Bewegung nicht viel zu tun", hat Worm festgestellt. Computerspiele und Fernsehen seien dabei die häufigsten Tätigkeiten. "Gleichzeitig fehlt im familiären Umfeld die Anregung zu sportlichen Aktivitäten." Das sei bedingt durch Zeitmangel, beengte Räumlichkeiten und nicht selten die städtische Umgebung. Mit dem Hochseilgarten wollen die Betreiber gerade Kindern und Jugendlichen Bewegungsalternativen bieten.
Angesprochen werden sollen zudem Schulen, Vereine, Firmen und Privatleute – "für jeden machen wir ein entsprechendes Angebot", versprach Rüdiger Fuhr. Schließlich muss man zum Klettern nicht unbedingt Fußballprofi, Manager oder Zahnarzthelferin sein.
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